Großflughafen

Drei Landschaftsparks entstehen am Stadtrand

Berlin erhält in seinem unmittelbaren Umland drei neue Landschaftsparks. Auf der Fläche von 70 Fußballfeldern soll in Großziethen, direkt an der Grenze zu Rudow und Buckow also, eine kultivierte Wildnislandschaft entstehen. Auf den Wiesen werden Wildpferde leben. Allerdings nicht so wie im Zoo.

Der neue Flughafen macht es möglich. Wo heute noch die Ödnis der Mauerstreifenlandschaft vorherrscht, weiden in naher Zukunft mongolische und polnische Wildpferde, gibt es Picknickplätze für großstadtmüde Berliner, grüne Klassenzimmer und Imkergärten.

Mit Eröffnung des Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld im kommenden Jahr wird nicht nur der Flugverkehr der Hauptstadt neu geordnet, sondern den Berlinern im Süden der Stadt auch neue Erholungsperspektiven geboten.

Im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die die Flughafengesellschaft für die Naturzerstörung durch den Flughafenneubau leisten muss, werden auch drei neue Landschaftsparks in Großziethen – direkt an der Stadtgrenze zu Rudow und Buckow – angelegt.

Und die sollen nach dem Willen der beauftragten Planer etwas ganz „Besonderes und Spannendes“ bieten. Carlo Becker, Landschaftsarchitekt vom Berliner Planerbüro Becker, Giseke, Mohren, Richard (bgmr), nennt es „eine kultivierte Wildnislandschaft“, die auf den „ausgeräumten“ und langweiligen Flächen des ehemaligen Mauer- und Todesstreifens geplant ist. Die drei neuen Parks sind mit insgesamt 55 Hektar so groß wie 70 Fußballfelder und tragen so schöne Namen wie „Am Vogelwäldchen“ (11,7 Hektar), „Am Dörferblick“ (15 Hektar) und „In den Gehren (28,3 Hektar). „Wir planen dort eine große Wiesenlandschaft mit Gehölzinseln“, sagt Becker. Diese soll von den als Przewalski-Pferden und Koniks bekannten Wildpferden als Weidefläche genutzt werden. Die sind gedrungen, ihr Fell ist gräulich oder rotbraun, ihre Schulterhöhe beträgt nur 1,30 Meter.

Pferde erhalten nur zur Not Futter und Wasser

Winters wie sommers werden sie in Großziethen sich selbst überlassen und erhalten nur bei großer Hitze oder Kälte zusätzlich Futter und Wasser. Geplant sind zwölf Wildpferde, die in den eingezäunten Parks „Am Vogelwäldchen“ in direkter Nachbarschaft des Kölner Damms und der Lipschitzallee und „In den Gehren“ an der Rudower Straße ausgesetzt werden. Die Anzahl ist begrenzt, damit die Pferde auch genug Futter finden. „Nicht wie im Zoo sollen die Tiere bestaunt werden, sondern der Besucher muss sie schon entdecken“, sagt Becker. So wird es zum Beispiel „In den Gehren“ einen Aussichtshügel geben, von dem man sie erspähen kann. Für den dritten Park „Am Dörferblick“ ist ein anderes Konzept vorgesehen. Hier sollen Naturerlebnisräume wie Kletterdünen, Findlingsfelder, Lehmberge für Bikes, dschungelähnliche Flächen, Picknickwiesen, Imkergärten und ein grünes Klassenzimmer angelegt werden.

Da die Flughafengesellschaft nicht nur verpflichtet ist, die Ausgleichs- und Ersatzflächen anzulegen, sondern diese auch 25 Jahre lang zu pflegen, werden Landwirtschaftsbetriebe damit beauftragt. Insgesamt muss die Flughafengesellschaft für den Ausgleich der Naturzerstörung auf der1470 Hektar großen Baustelle für den Großflughafen 500 Hektar im direkten Umfeld des neuen Flughafens sowie die 2500 Hektar große Zülowniederung zwischen Mittenwalde, Dabendorf und Groß Machnow ökologisch und landschaftlich aufwerten. Dazu gehört auch die Wiederherstellung des bisher kaum bekannten Gutsparks Großziethen wie auch des südwestlich gelegenen Gutsparks Dahlewitz.

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