Don-Bosco-Kinderheim

Arbeitsgruppe zu Missbrauchsvorwürfen eingesetzt

Frühere Zöglinge des Don-Bosco-Kinderheims in Berlin-Wannsee haben Missbrauchsvorwürfe gegen Ordensangehörige erhoben. Es soll Misshandlungen und sogar Vergewaltigungen gegeben haben. Der Orden hat sich nun entschuldigt und eine Arbeitsgruppe zur Aufklärung der Fälle eingesetzt.

Der Orden der Salesianer Don Boscos hat nun offiziell Stellung genommen zu den Missbrauchsvorwürfen ehemaliger Zöglinge des Don-Bosco-Kinderheims, das es bis 2005 in Berlin-Wannsee gab. Zwei der Beschuldigten lebten noch, teilte der Orden mit. Sie wiesen die Vorwürfe aber von sich. Die Ordensgemeinschaft entschuldigte sich bereits jetzt bei den Opfern.

Die Vorwürfe stellten für den Orden eine „sehr schmerzhafte Situation“ dar, heißt es in einer Stellungnahme des Provinzials Pater Josef Grünner auf der Internetseite des Ordens. Er habe eine Arbeitsgruppe aus internen und externen Personen berufen, um zeitnah die Anschuldigungen zu bearbeiten und alles für eine gründliche Aufklärung zu leisten, schreibt der Provinzial weiter. In der Arbeitsgruppe werde entsprechend den Richtlinien „Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Ordensleute im Bereich der Deutschen Ordensobernkonferenz“ gehandelt

In einer Stellungnahme der Ordensgemeinschaft heißt es, drei der des Missbrauchs Beschuldigten seien inzwischen gestorben, einer habe die Ordensgemeinschaft verlassen, zwei lebten noch heute in der Ordensgemeinschaft. Letztgenannte weisen die Vorwürfe von sich. Die bisher gesichteten Personalunterlagen gäben keine Anhaltspunkte für die erhobenen Vorwürfe, heißt es in der Stellungnahme weiter. Der Orden gehe den Vorwürfen aber weiter nach und versuche auch, mit den in der Presse genannten Zeugen Kontakt aufzunehmen. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Grundsätzlich gilt: Wir gehen jedem Missbrauchsvorwurf, sei er sexueller oder anderer Natur, mit großem Nachdruck und ohne Ansehen der Person nach, und versuchen die Sachverhalte – auch wenn sie weit zurückliegen – aufzuklären.“

Die Ordensgemeinschaft teilte mit, sie bedauere jegliches Fehlverhalten, das ihr anvertrauten jungen Menschen geschadet hat, zutiefst. Der Provinzial entschuldigte sich „für alle Erniedrigung und alles Leid, wo dies in einer unserer Einrichtungen jungen Menschen zugefügt wurde“. Der Orden wolle den Opfern beistehen und sie bei der Aufarbeitung ihrer Leiden unterstützen.

Wie der Orden mitteilte, stehen für die Opfer als externer Ansprechpartner Dr. Janko Jochimsen, jochimsen@urios-beratung.de , und seitens der Ordensgemeinschaft Pater Franz-Ulrich Otto, otto@donbosco.de , zur Verfügung. Auch der Beauftragte der Deutschen Provinz für aktuelle Fälle sexuellen Missbrauchs, Prof. Dr. Günther Schatz, guenther.schatz@ksfh.de , kann kontaktiert werden.

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