Unfälle fingiert

Gericht verurteilt Polizist zu mehr als zwei Jahren Haft

Der 33-Jährige hatte insgesamt vier Verkehrsunfälle provoziert, um Schadenersatz von den Versicherungen zu erhalten. Nun stand der Polizist für die Taten vor dem Amtsgericht Tiergarten. Das Urteil lautet zwei Jahre und vier Monaten Haft.

Ein Polizeibeamter ist am Donnerstag wegen Versicherungsbetrugs, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung vom Amtsgericht Tiergarten zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Gegen den 33-jährigen Angeklagten wurde zudem eine Führerscheinsperre von zwei Jahren verhängt.

Der Mann wurde schuldig gesprochen, zwischen Januar 2003 und August 2007 in Berlin vier Verkehrsunfälle provoziert zu haben, um Schadenersatz bei der Versicherung geltend machen zu können. An den Fahrzeugen war ein Gesamtschaden von 5400 Euro entstanden. Vor Gericht bestritt der inzwischen suspendierte Polizist die Vorwürfe.

Bei drei Unfällen hatte der Angeklagte Schadenersatz gefordert. Die Versicherung beglich jedoch nur in einem Fall den Schaden mit 1853 Euro. Alle Unfälle hatten sich beim Fahrspurwechsel ereignet. In einem der Wagen saß ein Kind.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwältin. Der Richter teilte ihre Auffassung, wonach man „alle Fälle in der Gesamtheit betrachten muss“. „Und das Gesamtbild reicht für den Nachweis“, dass die Unfälle provoziert gewesen seien, um Schadenersatz geltend machen zu können. Der Richter bescheinigte dem Angeklagten eine „ganz erhebliche kriminelle Energie“.

Noch im Gerichtssaal musste der 33-Jährige den Führerschein abgeben. Erst unter Androhung einer Wohnungsdurchsuchung händigte er das Dokument aus. Die Verteidigung hatte Freispruch verlangt und kündigte an, in Berufung zu gehen. ddp/hed