Winter

Jetzt wird es in Berlin wieder so richtig schneien

Zuerst die gute Nachricht: Es wird wärmer in Berlin. Und jetzt die schlechte: Das macht die Situation nicht gerade besser. In den nächsten Tagen erwarten die Meteorologen wieder ausgiebige Schneefälle, glatte Straßen und Fußwege sowie Schneeverwehungen. Indessen streiten Senat und Opposition darüber, wie mit dem Eis auf den Bürgersteigen zu verfahren sei.

In Berlin und Brandenburg ist kein Ende der winterlichen Witterung abzusehen. „An den kommenden Tagen und vor allem am Wochenende geht es mit dem Winter wieder richtig los“, sagte Christoph Gatzen vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland GmbH am Mittwoch.

Die Temperaturen in den kommenden Tagen steigen bis zum Gefrierpunkt an, nachts werden bis minus vier Grad Celsius erwartet. Mehrere Zentimeter Neuschnee und entsprechende Glätte soll es vor allem am Freitag und in der Nacht zum Sonnabend geben. Am Tage fällt dann bei bewölktem Himmel erneut Schnee.

Bei leichtem Wind aus Nordost kann es vor allem am Freitag und in der Nacht zum Sonnabend auch zu Schneeverwehungen kommen. „Eine Milderung oder gar vorfrühlingshafte Witterung ist auch nach dem Wochenende nicht in Sicht“, sagte der Meteorologe.

Der harte Winter verursacht in Berlin seit Wochen hohe Feinstaub-Konzentrationen. „Im Januar wurde teils in zwei Dritteln des Monats der Grenzwert überschritten. Das beobachten wir nicht so häufig“, sagte Ute Dauert vom Umweltbundesamt am Mittwoch. „Das starke winterliche Hochdruckgebiet sorgt dort für eine geringe Luftbewegung. Es ist, als ob eine Käseglocke über uns liegt.“

Berliner Politiker streiten ums Eis

Über den Umgang mit eisglatten Straßen, Bürgersteigen und Bushaltestellen entbrennt in Berlin nun ein Streit zwischen Regierung und Opposition. Während die CDU vom Senat ein Sofortprogramm fordert, erwägt die SPD eine Verschärfung der rechtlichen Vorgaben gegenüber den Verantwortlichen.

SPD-Landes- und -Fraktionschef Michael Müller nannte die Situation auf den Gehwegen der Stadt nach einem Bericht der Zeitung „Der Tagesspiegel“ eine Frechheit. Es sei nicht hinnehmbar, dass sich Vermieter und private Schneeräumbetriebe aus ihrer Verantwortung stehlen. „Wenn sie das nicht begreifen und sich nicht umgehend etwas ändert, müssen die rechtlichen Vorgaben verschärft werden“, sagte Müller.

CDU-Landes- und Fraktionschef Frank Henkel konterte: „Rot-Rot scheint vor den katastrophalen Zuständen auf Berlins vereisten Straßen und Gehwegen zu kapitulieren.“ Müllers Äußerungen offenbarten die ganze Hilflosigkeit der Regierungsparteien. Wer jetzt nur kritisiert oder nach gesetzlichen Regeln ruft, habe nicht begriffen, dass sofortige Abhilfe nötig ist. Gerade ältere und kranke Menschen trauten sich nicht mehr, ihre Wohnungen zu verlassen.

Bereits am Vortag hatte die CDU ein Sofortprogramm nach Hamburger Vorbild gefordert. Es solle unter anderem beinhalten, dass die Berliner Stadtreinigung sofort zusätzliche Zeitarbeitskräfte rekrutiert. Außerdem plädiert die CDU für eine Hotline, bei der Anwohner nicht genügend gestreute Flächen melden können. Die Ordnungsämter müssten Verstöße gegen die Pflicht zur Glättebeseitigung konsequent mit empfindlichen Bußgeldern ahnden.

Nach Henkels Auffassung muss der Staat jetzt die richtigen Prioritäten setzen. Diese sollten nicht auf der Ausstellung von Strafzetteln liegen, sondern auf der Glättebekämpfung.