Leute in Berlin

Disko-Legende Rolf Eden feiert 80. Geburtstag

Seit fünf Jahren ist das West-Berliner Urgestein Rolf Eden schon mit seiner Brigitte zusammen. Dass das Paar mehrere Dekaden Altersunterschied trennen, ist beiden gleichgültig. Nun feiert die Disko- und Nachtclublegende seinen 80. Geburtstag. Und kann noch immer nicht von den Frauen lassen.

Foto: Getty Images

"Nein, treu sein kann ich nicht. Nur im Herzen, da bin ich sogar hundertzwanzigprozentig treu.“ Kommentar von Berlins „Playboy auf Lebenszeit“, Rolf Eden, zu seinen ganz persönlichen Herzensangelegenheiten.

Am heutigen Sonnabend wird er 80 Jahre alt. Seine Lebensgefährtin Brigitte (er spricht ihren Namen französisch aus, wie Brigitte Bardot) ist rund 50 Jahre jünger, geht auf die 30 zu. Beide sind seit fünf Jahren ein Paar. „Sie ist meine große Liebe, zum ersten Mal lebe ich mit einer Frau zusammen“, erzählt er. Sogar einen Heiratsantrag habe er ihr gemacht, den sie aber nicht angenommen hat. „Im Nachhinein bin ich ganz froh, denn so müssen wir uns beide jeden Tag wieder neu Mühe geben, um den Partner glücklich zu machen und zu halten. Da schleicht sich wenigstens keine Routine ein“, resümiert Eden, der sieben Kinder (sechs Söhne, eine Tochter) von verschiedenen Müttern hat.

Seine Brigitte habe im Übrigen nichts dagegen, wenn er mal eine andere Frau kennenlernt oder eine frühere Freundin trifft. Für neue Eroberungen gebe es allerdings momentan kaum Zeit. Eden bereitet ein Buch vor, das jedoch ein Ghostwriter schreiben soll, und ein Medienanwalt ist zurzeit in Verhandlungen mit Filmproduktionsfirmen, die sein Leben verfilmen wollen. „Ich würde mich selbst ab 60 darin spielen. Die Rollen in jüngeren Jahren könnten meine Söhne übernehmen“, so Eden.

Gefeiert wird Samstagabend mit 30 Gästen im Estrel Festival Center (Hotel Estrel) mit der Show „Stars in Concert“. „Am Sonntag feiere ich mit weiteren 30 Gästen ab 13 Uhr in der ,Eierschale', dort gibt es super Live-Musik“, sagt Eden.

Um sich fit zu halten, macht er täglich zwölf bis 20 Liegestützen, seine Haare sind blondiert, das Gesicht sieht dauergebräunt aus. Bekannt geworden ist Eden als Nachtclub- und Diskothekenbesitzer am Kudamm; sein Refugium war das alte West-Berlin. Hoch ging es beispielsweise her, wenn zu Berlinale-Zeiten in seinem „New Eden“ bis in den frühen Morgen die Wahl der „Miss Filmfestspiele“ über die Bühne ging. Mit dem Thema Film kennt sich der frühere Barpianist und Schauspieler aus. „Ich habe in 34 Filmen gespielt“, rechnete er am Freitag im Gespräch nach. Ein Streifen hieß „Heißer Sand auf Sylt“. Darin spielte ebenfalls Ingrid Steeger, die in den 60er-Jahren in einem seiner Nightclubs entdeckt wurde. „Sie hat bei mir als Go-Go-Girl angefangen, kam dann groß raus“, erinnert er sich. Gäste in Edens Clubs waren auch viele internationale Stars wie Beatle Paul McCartney, Hollywoodstar Shirley MacLaine oder die Jazzgröße Ella Fitzgerald.

Was wünscht sich der Mann, der sich finanziell alles leisten kann (besitzt unter anderem mehrere Mietshäuser), zum Geburtstag? „Nur Gesundheit!“

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