Explosiver Fund

Bei Finanzminister wird nach Munition gesucht

Das Bundesfinanzministerium an der Wilhelmstraße in Mitte kämpft mit seinem explosiven Erbe. Bei Bauarbeiten wurden auf dem Gelände Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Betroffen ist der gesamte Innenhof. Und niemand weiß, wie viel sich dort noch verbirgt.

Bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Bundesfinanzministeriums an der Wilhelmstraße sind bereits im vergangenen Jahr Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg zutage gefördert worden, bestätigte jetzt ein Sprecher. Eine erste Untersuchung ergab, dass bis in 30 Zentimeter Tiefe zahlreiche Hinterlassenschaften des Krieges im Boden liegen. Betroffen ist der gesamte Innenhof. Unter anderem seien dort Patronenhülsen, Munitionsreste, Gewehre und Handgranaten „in großem Stil“ gefunden worden, heißt es aus dem Ministerium.

Was noch tiefer in der Erde unter dem Dienstsitz von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) in Mitte ruht, können die Experten derzeit nur ahnen. Ein Kampfmittelräumdienst wurde jetzt beauftragt, mögliche Blindgänger, Waffen und Munition aufzuspüren. „In Kürze“, so ein Sprecher, soll eine gründliche Sondierung und nötigenfalls eine „tiefer gehende Räumung“ des Geländes beginnen. Die Maßnahme sei bereits mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung abgestimmt.

Ob die Arbeit der Ministeriumsbeamten durch die Bombensuche beeinträchtigt wird, ist offen. Bislang seien die gefundenen Munitionsreste so harmlos gewesen, dass eine Räumung des Gebäudes nicht nötig gewesen sei, heißt es. Im heutigen Dienstsitz des Finanzministers residierte bis 1945 das Reichsluftfahrtministerium der Nationalsozialisten.