Klimaschutz

Vattenfall verzichtet auf umstrittenes Kohlekraftwerk

Eigentlich wollte Vattenfall in Lichtenberg ein neues Steinkohlekraftwerk bauen. Doch nun beugt sich der Energierkonzern dem massiven Widerstand gegen das Projekt. Statt Steinkohle will Vattenfall nun auf Gas setzen und bietet Berlin ein Klima-Bündnis zur CO2-Reduzierung an.

Foto: Charles Yunck / Yunck

Der Energiekonzern Vattenfall verzichtet auf den umstrittenen Bau eines Kohlekraftwerks in der Rummelsburger Bucht in Lichtenberg. Nach Informationen von Morgenpost Online sollen stattdessen das Gasheizkraftwerk Lichterfelde und das Kraftwerk Lichtenberg in Marzahn-Hellersdorf durch Neubauten ersetzt werden. Die Kraftwerke sollen mit Erdgas befeuert werden und sowohl Strom als auch Wärme erzeugen. Am bisherigen Lichtenberger Standort Klingenberg sollen zudem zwei kleinere Biomassekraftwerke entstehen. Das Steinkohle-Heizkraftwerk Reuter C in Spandau soll dagegen bis 2020 stillgelegt werden.

Entsprechende Pläne haben Vertreter des schwedischen Konzerns am Dienstag der Senatsspitze vorgestellt. Mit den neuen Vorhaben reagiert Vattenfall auf die massive Kritik am ursprünglich geplanten Kraftwerk, das mit Steinkohle aus Polen befeuert werden sollte. Das Kraftwerk sollte mit einer Leitung von 800 Megawatt die alte Anlage in Klingenberg ersetzen. Bis zu eine Milliarde Euro wollte Vattenfall investieren. Seit die Pläne vor zwei Jahren bekannt wurden, liefen Landes- und Bezirkspolitiker Sturm dagegen. Der Einsatz der Steinkohle hätte Berlins Ziele gefährdet, den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 zu reduzieren.

Nach der Abkehr von den Kohleplänen bietet Vattenfall dem Land Berlin nun eine Klimaschutzvereinbarung an. Der Konzern will aus eigener Kraft bis 2020 seine CO2-Emissionen um weitere 15 Prozent reduzieren – rund eine Million Tonnen. Erste Details des neuen Energieplans sollen am Donnerstag vorgestellt werden.