Flughafengelände

Berlin macht wegen Tempelhof Millionenverluste

Seit der Schließung des Flughafens Tempelhof sind Berlin mehr als sechs Millionen Euro Verlust entstanden. Doch noch in diesem Jahr soll das Gelände gewinnbringend vermarktet werden. Bis Ende 2011 rechnet das Land mit Einnahmen von fast 17 Millionen Euro. Die Pyromusikale auf dem Flugfeld im vergangenen Sommer war für den Senat ein "Test" für weitere Großveranstaltungen.

Seit der Schließung des Flughafens Tempelhof ist dem Land Berlin ein Verlust von voraussichtlich fast sieben Millionen Euro entstand. Für das vergangene Jahr werde sich das Ergebnis voraussichtlich auf minus 5,7 Millionen Euro belaufen, teilte die Senatsverwaltung für Finanzen auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion am Samstag mit. In den Monaten November und Dezember 2008 waren es jeweils 0,5 Millionen Euro.

Die Einnahmen aus Vermietungen einschließlich der einmaligen und mehrjährigen Events belaufen sich laut Senatsfinanzverwaltung für das vergangene Jahr auf 2,6 Millionen Euro. Für 2010 wird mit 8,3 und für 2011 mit 8,5 Millionen Euro gerechnet.

Der defizitäre innerstädtische Flughafen war nach heftiger Debatte am 31. Oktober 2008 geschlossen worden. Mittlerweile finden dort zahlreiche Veranstaltungen statt. Umstritten ist die Vermietung an die Modemesse Bread & Butter, die Teile des Geländes sowie des Hauptgebäudes und Hangars zwei Monate im Jahr für zwei Messe-Termine nutzt. Kritiker bemängeln, dass durch den Mietvertrag mit der Modemesse die dauerhafte Nutzung Tempelhofs durch andere Interessenten verhindert wird. Die nächste Bread & Butter beginnt am Mittwoch.

Pyromusikale - Testfall für Großveranstaltungen

Verbesserungen bedarf es auch Ansicht des Senats allerdings bei der Verkehrsführung bei Großveranstaltung. Anlass dafür sind die Erfahrungen, die Veranstalter bei der Pyromusikale gemacht hatten. Im Juli 2009 hatten rund 50.000 Besucher das mit Musik begleitete Feuerwerk auf dem ehemaligen Flugfeld verfolgt. In den umliegenden Straßen und am Columbiadamm war der Verkehr an den drei Veranstaltungsabenden zeitweise zum Erliegen gekommen. Parkende Autos versperrten geh- und Fahrradwege und zum teil auch die Fahrbahnen. Zahlreiche Anwohner hatten sich darüber beim Senat beschwert.

Zeitweise wurden die Stadtautobahn A100 und der tempelhofer Damm gesperrt. Die Kosten für die Maßnahmen wurden nach Angaben des Tiefbauamtes Tempelhof-Schöneberg vom Veranstalter getragen. Dieser hat jedoch inzwischen Insolvenz angemeldet. Das Insolvenzverfahren muss nun zeigen, ob und in welcher Höhe dem Land dadurch ein finanzieller Schaden entstanden ist. Zurzeit existieren noch Forderungen des Landes an den Veranstalter aus der Umsatzbeteiligung und der Betriebskosten abrechnung.

Mitte 2010 will das Berlin ein Wirtschafts- und Finanzierungskonzept für die weitere Nutzung des Geländes vorlegen.