Nahverkehr

Rauch in der S-Bahn - Passagiere evakuiert

Am Mittwoch hat es erneut einen Zwischenfall bei der Berliner S-Bahn gegeben. Auf der Linie 8 Zeuthen – Hohen-Neuendorf hatte sich in dem letzten Wagen eines Zuges Rauch entwickelt. 50 Passagiere wurden evakuiert.

Auch Mittwoch ist es bei der Berliner S-Bahn zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Am Nachmittag gegen 16 Uhr musste ein Zug der Linie S 8 (Zeuthen–Hohen Neuendorf) gestoppt werden, weil plötzlich starker Rauch aufstieg. Die Feuerwehr wurde alarmiert. Die etwa 50 Fahrgäste konnten den Zug in Mühlenbeck-Mönchmühle (Oberhavel) am nördlichen Stadtrand von Berlin unverletzt verlassen.

Wegen des Störfalls musste die S-Bahn den Zugverkehr auf der eingleisigen Strecke zwischen Blankenburg und Schönfließ bis 17.30 Uhr unterbrechen. Laut einem Bahnsprecher hat es in Höhe eines Stromabnehmers am letzen der vier Wagen des Zuges stark gequalmt. Die Ursache dafür sei unklar. Der Zug gehört zur älteren Baureihe BR 480, die wegen einer überdurchschnittlich häufigen Zahl von Bränden auch „Toaster“ genannt wird. Besonders gravierend war der Brand eines Triebwagens im unterirdischen Anhalter Bahnhof. Züge der BR 480 dürfen seither allerdings nicht mehr mit Fahrgästen durch den Nord-Süd-Tunnel fahren.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat die S-Bahn aufgefordert, dringend ihre Kundeninformation zu verbessern. VBB-Chef Hans-Werner Franz appelliert an alle Reisenden, bei Störfällen besonnen zu sein und sich und andere nicht in Lebensgefahr zu bringen.

Am Dienstag waren Fahrgäste aus einem auf freier Strecke stehenden S-Bahn-Zug ausgestiegen und über die Gleise zum Bahnhof Alexanderplatz gelaufen, weil sie nicht länger warten wollten. Als Folge davon war der Verkehr auf der Stadtbahn mehr als eine Stunde lang unterbrochen.

Franz fordert die S-Bahn auf, ihre Fahrgäste offen, ehrlich und schnell zu informieren. „Überfüllte und unpünktliche Züge sind schon unerträglich genug. Kommt dazu noch Ungewissheit wegen fehlender oder schlechter Information, bringt das die Wut der Fahrgäste weiter zum Kochen“, so der Chef des Verkehrsverbundes.

Das Chaos im S-Bahn-Verkehr ist heute erneut Thema im Berliner Abgeordnetenhaus. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ soll auch der Chef des Bereichs Stadtverkehr, Hermann Graf von der Schulenburg, seinen Job verlieren. Die Entscheidung werde Ende Februar bekanntgegeben.