Schweinegrippe

Berlin spart fünf Millionen Euro bei Impfstoff

| Lesedauer: 2 Minuten

Die Hauptstadt muss nach Verhandlungen des Bundes und der Bundesländer mit dem Hersteller GlaxoSmithKline nur eine Million Schweinegrippe-Impfdosen abnehmen. Ursprünglich vereinbart war das Doppelte. Eine Dosis des Serums kostet rund acht Euro. Die Krankenkassen zahlen diese Summe aber nur, wenn das Serum auch gespritzt wird. Sonst bleibt das Land auf den Kosten sitzen.

Durch eine neue Vereinbarung für den Kauf des Schweinegrippe-Impfstoffs bleiben Berlin nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung Ausgaben von 5,2 Millionen Euro erspart. Denn die Hauptstadt muss nach Verhandlungen des Bundes und der Bundesländer mit dem Hersteller GlaxoSmithKline nun nur eine Million Impfdosen abnehmen. Ursprünglich vereinbart war das Doppelte: Der Kauf von zwei Millionen Dosen. Eine Dosis des Serums kostet rund acht Euro. Die Krankenkassen zahlen diese Summe aber nur, wenn das Serum auch gespritzt wird. Sonst bleibt das Land auf den Kosten sitzen.

Mit der ursprünglichen Regelung hätte die Schweinegrippe Berlin auch aufgrund der verbreiteten Impfmüdigkeit der Bevölkerung mehr als 13 Millionen Euro kosten können. Denn bisher haben sich nur rund 120.000 Berliner gegen die Schweinegrippe immunisieren lassen.

Dass Berlin anfangs so viel Impfstoff orderte, lag auch an einer Fehleinschätzung der Impfkommission. Ursprünglich ging sie von einer Zweifach-Impfung aus. Nach ersten Erfahrungen korrigierte das Berliner Robert-Koch-Institut die Empfehlung: Eine Impfung reichte völlig aus. Berlin, das für 30 Prozent der Bevölkerung vorsorgen wollte, hatte nun plötzlich Überkapazitäten - für 60 Prozent aller Berliner.

Durch die neue Regelung ist das Land nun wieder bei der geplanten 30-Prozent-Marke angekommen, wie die Senatsverwaltung am Dienstag mitteilte. Und es gibt noch Spielraum. 370.000 der eine Million Dosen bleiben erst einmal beim Hersteller. Finden sich neue Abnehmer, muss das Land dafür auch nicht zahlen. In der Einsparsumme von rund fünf Millionen Euro ist diese Variante allerdings schon eingerechnet.

In Berlin sind bisher 8359 Schweinegrippe-Fälle registriert. Es gibt sechs Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Infektion. Im Moment sind die Ansteckungszahlen sehr niedrig, Experten rechnen aber noch mit einer weiteren Grippewelle in diesem Winter. Die Schweinegrippe-Impfung wird deshalb weiter empfohlen - insbesondere chronisch kranken Menschen. Was die Schweinegrippe-Vorsorge Berlin am Ende genau kosten wird, hängt davon ab, wie viele Menschen sich impfen lassen. Das Serum ist rund zwei Jahre haltbar.

( dpa/mim )