Comics

Verlag aus Berlin legt "Fix & Foxi" neu auf

Ein Berliner Verlag holt "Fix & Foxi" zurück - an die Kioske und ins Internet. Ein halbes Jahr mussten Comic-Fans auf die schlauen Füchse verzichten. Am Freitag erscheint nun ein neuer Band. "Das Licht der Tiefe" entführt die Kult-Figuren in die Südsee. Auch auf iPhones und Playstations sollen sie bald kommen.

Foto: comicstars

Der Juni 2009 muss ein schlimmer Monat gewesen sein für viele Comicfans. Nach mehr als 55 Jahren und mehreren Hundert Ausgaben war das Projekt "Fix & Foxi" endgültig gestorben - so schien es zumindest. Der Tigerpress-Verlag hatte gerade Insolvenz angemeldet, und die Kult-Bände verschwanden endgültig aus den Regalen.

Es war diese Zeit, in der Martin Söffker und seine Kollegen der Firma "Comicstars" beschlossen, die Marke "Fix & Foxi" neu aufleben zu lassen. "Wir sind alle große Fans der Füchse, und deshalb waren wir uns sofort einig, dass man dieses Projekt nicht einfach so sterben lassen darf", sagt der Projektmanager bei der New Ground Publishing mit Sitz in Berlin, zu der "Comicstars" gehört. Am Freitag (8. Januar 2010) erscheint nun der erste Band der Neuauflage, "Licht der Tiefe". Er entführt die Füchse, die Anfang der 50er Jahre von Zeichner Rolf Kauka zum Leben erweckt wurden, in die Weiten der Südsee. 55.000 Exemplare Startauflage sind gedruckt worden, bis zum Jahresende möchte der Verlag etwa die Marke von 80.000 Exemplaren erreichen.

Die Füchse sprechen modern und surfen im Netz

Doch das Projekt ist durchaus ein Risiko für den Verlag, denn die "Fix & Foxi"-Hefte kämpfen seit Jahren mit stark sinkenden Absatzzahlen und hatten einen großen Anteil am Niedergang des Tigerpress-Verlages. Von den einstigen Glanzzeiten in den 70er und 80er Jahren mit insgesamt mehr als 750 Millionen weltweit verkauften Exemplaren ist derzeit nicht viel übrig. Zuletzt waren es gerade noch 18.000 Exemplare.

Produktmanager Söffker glaubt trotzdem an die neuen Geschichten und setzt auf Modernisierung. "Wir haben einiges geändert und moderner gestaltet. Die Sprache war antiquiert, auch viele Dinge, die in den Geschichten vorkommen, spielen im Leben der heutigen Kinder einfach keine Rolle mehr", sagt Söffker.

Deshalb wurde konsequent darauf geachtet, die Geschichten zu verjüngen: Erstmals tauchen Flachbildfernseher in den Geschichten auf, Informationen suchen die Füchse natürlich über eine Suchmaschine im Internet. Auch die Hauptfiguren selber zeigen sich modernisiert: Um die Gestik und Mimik ein wenig aufzufrischen, holten sich die Zeichner extra eine Genehmigung von Alexandra Kauka, der Witwe des Füchse-Erfinders, der im September 2000 gestorben war.

Fix & Foxi flimmern demnächst auch über Bildschirme

Dass Kauka die Lizenz für die Neuauflage im Spätsommer ausgerechnet nach Berlin vergab, hat auch mit dem mulitmedialen Konzept des Verlages zu tun. Denn passend zur Verjüngungskur der Geschichten wird es "Fix & Foxi"erstmals auch in elektronischer Form und für mobile Endgeräte geben. "Diese Strategie spielt für uns eine große Rolle. Wir wollen den Kindern die Entscheidung selbst überlassen, ob sie die Geschichten klassisch auf Papier oder über andere Kanäle lesen möchten", sagt Söffker.

Rund 350 alte Geschichten sind im Internet verfügbar, die neuen stehen als Livebook im Internet oder als eBook-Anwendung zur Verfügung. Pläne für eine eigene iPhone-App und ein Produkt für die Playstation Portable liegen schon in den Schubladen. Wie sich die Nutzer in Zukunft auf die Kanäle verteilen könnten, darüber möchte Söffker nicht spekulieren: "Es gibt für `Fix & Foxi' keine Erfahrungswerte bei elektronischen Medien, deshalb können wir uns einfach nur überraschen lassen, wie es angenommen wird".

Für die Comicfans ist das erst einmal Nebensache. Sie freuen sich über die neuen Ausgaben, mindestens 12 Hefte wird es geben. Für sie ist schon das ein großer Erfolg.

"Fix & Foxi", jeden ersten Freitag im Monat für 2,95 Euro im Zeitschriftenhandel und unter www.fixundfoxi.de .