Dreidimensionales Stadtmodell

Google Earth lädt zum Tiefflug über Berlin

Die deutsche Hauptstadt ist im Internet jetzt fast vollständig als 3-D-Modell zu sehen. 500.000 Gebäude auf 890 Quadratkilometern Fläche sind enthalten. So weit ist keine andere deutsche Stadt. Auch Wirtschaftssenator Harald Wolf will das Modell nutzen.

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Vor zwei Jahren war Berlin die erste Stadt Deutschlands, die über Google Earth als realitätsnahes Modell im Internet verfügbar war. Schritt für Schritt wurde das Modell jetzt mit Datenbanken zum Wirtschaftsstandort verknüpft.

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Berlin geht mit einer interaktiven Stadtlandschaft im Internet und einem neuen Slogan weltweit auf Werbetour für die Stadt. Die Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner stellte zusammen mit Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) das neue dreidimensionale Modell Berlins vor. Jetzt können im Internet 500.000 Gebäude Berlins überflogen werden.

Die Stadt wurde mit einem Laser aus der Luft vermessen, die Daten in das dreidimensionale Stadtmodell umgewandelt. Dazu kommen 80 Sehenswürdigkeiten in der Stadt, die von Grafikern detailgetreu nachmodelliert worden sind. Fünf Gebäude können sogar virtuell betreten werden (Olympiastadion, Sony Center, Reichstag, DZ-Bank und Hauptbahnhof) Das Modell kann über eine Hilfsadresse mit Google Earth verbunden werden, so dass die Stadt nahezu komplett im Internet dargestellt ist.

Damit ist Berlin führend in Deutschland

„Damit sind wir führend in Deutschland und in der Darstellungsbreite weltweit ganz vorn“, sagte Wolf anlässlich der Vorstellung des Modells. Um in den vollen Genuss des Stadtmodells zu kommen, müssen Internetnutzer die Seite www.3d-stadtmodell-berlin.de aufrufen und diesen Link dann bei Google Earth speichern.

Berlin Partner nutzt das Stadtmodell, um Investoren für die Hauptstadt zu begeistern. „Mit dem virtuellen Flug über die Stadt stellen wir einen emotionalen Zugang zum Investor her“, sagt Berlin-Partner-Chef René Gurka.

Als zusätzlichen Service lassen sich ausgewählte Wirtschaftsbranchen gezielt auswählen und anzeigen. Auch eine Datenbank für Gewerbeimmobilien lässt sich in das Stadtmodell integrieren. Interessierte Investoren können sich nun einen Überblick über verschiedene Standorte der Branche und mögliche Gewerbeimmobilien im Internet verschaffen, sagte Gurka weiter. Das Stadtmodell soll in den kommenden Jahren weiter vervollständigt werden. Die aktuelle Version wurde von der EU, dem Land Berlin und zu einem kleinen Teil von privaten Unternehmen finanziert. Die Entwicklungskosten lagen nach Angaben Gurkas bei 1,1 Millionen Euro.

Berlin-Kampagne geht in die nächste Runde

Am Montagabend stellte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die neue Hauptstadtkampagne von „Be Berlin“ im Roten Rathaus vor. Nachdem im ersten Jahr vor allem in Berlin geworben wurde, startet die Kampagne jetzt national und international mit dem Slogan „Berlin – the place to be“. Als Botschafter werden dabei unter anderem die Schauspielerin Maren Kroymann, der Schriftsteller Ingo Schulze und Universal-Music-Chef Frank Briegmann deutschlandweit und in aller Welt für Berlin werben. Im Mittelpunkt der Kampagne in diesem Jahr steht der 20. Jahrestag des Mauerfalls. Die Wissenschaft steht im kommenden Jahr im Fokus der Berlinwerber.

Den Startschuss für die weltweite Berlin-Werbetour stellt ein Auftritt auf der internationalen Immobilienmesse Mipim in Cannes nächste Woche dar. Es folgen „Berlin Days“ in New York (31. März bis 2. April) und weitere Termine in Kopenhagen, Istanbul, Tokio und Jakarta. Auf den jeweiligen Stationen werden thematische Schwerpunkte gesetzt. So finden die Berlin Days in New York im neu entstandenen New Museum im Künstlerviertel Soho statt und stellt die Kunst in den Vordergrund. In Kopenhagen wird Berlin als Design-Metropole für sich werben.

Eine Zusammenarbeit findet darüber hinaus mit dem international renommierten Kameramann Michael Ballhaus statt. Ab dem 14. Mai wird sein Film „InBerlin“ zusammen mit der Hauptstadtkampagne "Be Berlin" durch alle größeren Städte Deutschlands touren.

Die Berlinwerber wollen trotz der unüberschaubaren Folgen der internationalen Finanzkrise Berlins Chancen als Touristenmetropole stärken. Dabei geben ihnen die Zahlen recht. Das Jahr 2008 hat für Berlin zum fünften Mal hintereinander einen Besucherrekord gebracht. Noch nie waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes so viele Touristen in der Stadt wie im vergangenen Jahr.

7,91 Millionen Gäste wurden 2008 in Hotels und Pensionen registriert, ein Plus von 4,2 Prozent. Die Gesamtzahl der Übernachtungen stieg um 2,8 Prozent auf 17,77 Millionen. Mit 7,8 Prozent legte besonders die Zahl ausländischer Touristen deutlich auf 2,75 Millionen zu, aus Deutschland kamen 2,4 Prozent mehr Gäste in die Hauptstadt, insgesamt 5,15 Millionen. Die Berliner Hotellerie hat ihre Kapazitäten deutlich ausgebaut. Die Statistiker registrierten im Dezember 659 Beherbergungsbetriebe, 67 mehr als noch Ende 2007. Die Zahl der Betten stieg auf 97.400.

www.3d-stadtmodell-berlin.de