Kommentar

Fernseher aus!

Die neue Senatsstatistik über den Gesundheitszustand der Berliner Erstklässler wiederholt eine bekannte Tatsache: Je ärmer ein Kind, desto mehr sieht es fern, desto ungesünder wird es ernährt und desto dicker ist es. Das Gegemittel ist einfach: Fernseher raus aus dem Kinderzimmer. Spielen gehen und kein Fastfood essen.

Wir müssen uns nicht wundern, wenn viele Schulanfänger zu dick sind und sprachliche Defizite aufweisen. Wer in diesem Alter mehr als zwei Stunden täglich vorm Fernseher sitzt und dabei unkontrolliert Süßigkeiten oder Fastfood in sich hineinstopft, statt sich zu bewegen, der verliert seine Form. Und Kinder, die nahezu ausschließlich fragwürdige, in jedem Fall aber seichte „Unterhaltung“ konsumieren, statt zu spielen, sich Spielvarianten auszudenken oder zu lesen, trainieren nicht die eigene Fantasie und ihr Sprachvermögen – sie entwickeln sich nicht weiter. Laut Einschulungsuntersuchungen von 2007 sind etwa 35 Prozent der Erstklässler betroffen.

Die Eltern sind in der Pflicht. Sie müssen im Blick haben, wie lange ihre Kinder vor dem TV sitzen und was sie sehen. Sie müssen Grenzen setzen. Wichtig ist, dass die Eltern mit den Kindern besprechen, welche Sendungen angeschaut werden und sie nicht allein vor dem Fernseher sitzen lassen. Später sollte dann über das Gesehene gesprochen werden. Und: Alternativen sind wichtig. Wenn Eltern mit ihren Kindern spielen und Sport treiben, dann schafft das nicht nur eine enge Bindung, sondern fördert die geistige und körperliche Entwicklung.