Luxusherberge

In Berlin entsteht ein Waldorf Astoria-Hotel

Auf der einst hässlichsten und zugleich prominentesten Brache der City West entsteht ein neues Luxushotel der Kategorie Fünf-Sterne-Plus. Das Waldorf Astoria Berlin mit dem berühmten Mutterhaus in New York wird voraussichtlich Ende 2011 seine Tore öffnen.

Es war eines der am besten gehüteten Geheimnisse: Ein Jahr lang liefen die Verhandlungen, Ende Dezember wurden die Verträge unterschrieben, nun gaben sich die neuen Hausherren zu erkennen: Die Hilton-Hotel-Gruppe wird mit ihrer Luxusmarke Waldorf Astoria in das neu erbaute 118 Meter hohe Zoofenster an der Hardenbergstraße einziehen.

Das Fünf-Sterne-Plus-Haus, dessen berühmtester Vertreter in New York steht, ist das erste Waldorf-Astoria-Hotel in Deutschland. Europaweit ist es sogar das erste neu erbaute Haus der Premium-Marke. Es wird mit 242 Zimmern und Suiten in dem 31-stöckigen Wolkenkratzer Ende 2011 eröffnen. Berlin verfügt derzeit über 21 Fünf-Sterne-Häuser.

Die Nachricht von dem neuen Luxus-Etablissement in der City-West überraschte gleich doppelt: Vor mehr als fünf Jahren war die Hilton-Hotel-Gruppe schon einmal im Gespräch für den Betrieb des Zoofensters und hatte sich dann aber wieder zurückgezogen. "Der Markt und die Perspektive haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert", sagt Ulrich Widmer, Vice President Development der Hilton Hotels. Heute sei alles anders. Berlin habe sich in den vergangenen fünf bis sechs Jahren wahnsinnig entwickelt und präsentiere sich jetzt noch stärker als Weltstadt. Daher sei der Zeitpunkt im Moment genau richtig.

Etwa 180 Millionen Euro fließen in das Gesamtprojekt Zoofenster. In dem Hochaus entstehen neben dem Hotel auch Lofts, Büros, ein Wellnessbereich und Geschäfte. Investor ist das Unternehmen Harvest aus Abu Dhabi, entwickelt wird das Projekt von Swan Operations mit gleichem Sitz.

Der Entwurf stammt von dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler, der auch noch einmal eine überarbeitete Variante vorstellte. Das Hochhaus sei jetzt "etwas schöner proportioniert", sagt Mäckler über das Gebäude, für das gerade die Fundamente zwischen Hardenberg- und Kantstraße gelegt werden. Der Neubau besteht aus Naturstein und Glas. Nur der obere Teil, der dem Hochhaus den Namen Zoofenster gibt, ist auf der einen Seite komplett verglast. Die Glas-Silhouette soll künftig auch nachts beleuchtet sein. In den unteren beiden Etagen sind Geschäfte, Restaurants und ein zweigeschossiger Ballsaal für 400 Personen vorgesehen. Der Hotelbetrieb erstreckt sich bis zur 15. Etage. Es schließen sich Büros bis zum 21. Stockwerk an. Zwischen der 22. und der 31. Etage befinden sich Appartements.

Wie das Hotel im Detail ausgestattet sein wird, "ist noch nicht in Stein gemeißelt", sagt Hilton-Manager Ulrich Widmer. Traditionell, luxuriös - daran bestehe kein Zweifel. Aber vermutlich werde man in Berlin auch moderne Anklänge mit einfließen lassen.

Mit der Bekanntgabe des neuen Betreibers bestehen jetzt berechtigte Hoffnungen, dass eine der ältesten Baustellen der Stadt zum Abschluss gebracht wird. Seit knapp zwei Jahrzehnten laufen die Planungen für das Grundstück, bereits 1999 hatte der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen einen Grundstein gelegt.

Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) ist erleichtert, dass die "furchtbare Wunde" nach jahrelangem Hin und Her geschlossen wird. Dass jetzt sogar ein Waldorf Astoria die Lücke füllt, "adelt die City-West", sagte Gröhler. Er glaube, dass von dem Luxushotel eine Initialzündung für die Gegend zwischen Kudamm und Gedächtniskirche ausgehe. Es sei nur eine Frage der Zeit, so Gröhler, bis wieder "richtige" Züge am Bahnhof Zoo halten werden. Nicht der Orient-Express, aber zumindest wieder ein ICE.

HHC betreibt zurzeit 14 Hotels in Deutschland, darunter 13 Hilton Hotels und ein Hilton Garden Inn. Die Hotelgruppe wird neben dem Waldorf Astoria Berlin noch drei weitere neue Hotels in Deutschland eröffnen: das Hilton Frankfurt Airport (2009), das Hilton Garden Inn Frankfurt Airport (2009) und das Hampton by Hilton Düsseldorf (2010).

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.