Woodstock auf dem Tempelhofer Flugfeld

Berliner Immobilienmanagement GmbH verhandelt über Konzert zum 40. Jahrestag des Musik-Festivals

Anlässlich des 40. Jahrestages des legendären Musikfestivals Woodstock soll der Flughafen Tempelhof neben New York im August Austragungsort eines Jubiläumskonzertes werden. Organisator der beiden Konzerte ist der inzwischen 65-jährige Musikproduzent und Woodstock-Erfinder Michael Lang.

„Als ultimative Konzert-Location dient dabei der Flughafen Berlin-Tempelhof, dessen Flugbetrieb im Oktober 2008 eingestellt wurde“, heißt es auf der Internetseite der Werbeagentur Media Consulta (MC) und deren Fachagentur Media Consulta Sport & Entertainment GmbH. Michael Lang, der damalige und heutige Organisator des Flowerpower-Festivals, rechne mit 200000 bis 300000 Zuschauern, heißt es dort. Die Konzerte seien mit nahezu gleichem Musikeraufgebot geplant wie vor 40 Jahren im August 1969 in den USA. Media Consulta, die mit dem Marketing des Woodstock-Konzerts betraut ist, nennt unter anderem die Woodstock-Stars Santana, Joe Cocker, The Who, Neil Young & Crazy Horses, Grateful Dead, Joan Baez, Country Joe and the Fish. Als Konzerttermin kursiert der 22. und 23. August.

Bei MC Sport & Entertainment GmbH in Köln gab man sich gestern wortkarg. „Wir planen das aktiv und akquirieren derzeit Sponsoren“, sagte Philipp Stoehr von MC der Morgenpost. Nach Informationen der Morgenpost aber verhandelt die Berliner Immobilienmanagement GmbH (Bim), die im Auftrag von Bund und Land Berlin für die Vermietung des Flughafens zuständig ist, bereits mit dem Woodstock-Veranstalter. Bei der Bim hieß es gestern: „Das wird weder bestätigt, noch dementiert.“

Fünf Events in Tempelhof geplant

Mit dem Woodstock-Festival hätte die Bim nach Schließung des Flughafens und seit Aufnahme ihrer Vermietungstätigkeit am 1. November den fünften Event-Mieter an Land gezogen. Vertraglich unter Dach und Fach ist ein Dreijahresvertrag mit der EDDA Veranstaltungs GmbH über das dreitägige Musikfeuerwerk-Festival „Pyromusikale“ vom 9. bis 11. Juli. Mit der Modemesse Bread & Butter wurde ein Zehnjahresvertrag abgeschlossen. Die Messe nutzt alle sieben Hangars, die Haupthalle und das Vorfeld im Januar und Juli für insgesamt zwei Monate im Jahr. Die erste Bread & Butter in Tempelhof findet vom 1. bis 3 Juli statt.

Ganz frisch ist der Fünfjahresvertrag mit der Messe Berlin Vital. Diese wird jeweils drei Tage vor dem Halbmarathon im April und Marathon im September in drei Hangars und der Haupthalle stattfinden. Erstmalig findet die Messe vom 17. bis 19. September in Tempelhof statt. Noch nicht in trockenen Tüchern sind die Verträge für das Woodstock-Konzert im August und ein Reitturnier, das nach Angaben von Bim-Chef Sven Lemiss Nachfolger des einstigen Internationalen Reit- und Springturniers in der Deutschlandhalle werden soll.

Zunächst aber ist vom Berlin Horse Club ein nationales Springturnier vom 30. September bis 4. Oktober geplant. Die CDU-Fraktion hat den Senat unterdessen „ultimativ“ aufgefordert, dem morgen nicht-öffentlich tagenden Vermögensausschuss sämtliche Verträge zur Vermietung des Flughafens vorzulegen.

CDU will Einsicht in alle Verträge

Wie berichtet wirft die Opposition dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor, den Bread & Butter-Vertrag im Alleingang in die Wege geleitet und damit das Nachnutzungskonzept von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) konterkariert zu haben.

Überdies, so die Kritik, blockiere die Hangar-Vermietung an die Modemesse andere nachhaltigere Nutzungen. Wie jetzt aus einer Antwort des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Karl Diller, an die FDP hervorgeht, war die Bundesregierung in der Vergabe des Nutzungsvertrages an die Bread & Butter nicht eingebunden.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) sei aber Mitte Dezember 2008 von der Bim über das Interesse der Bread & Butter an einem langfristigen Nutzungsvertrag informiert worden und habe keine grundsätzlichen Einwände gehabt.

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