Kaum Konzerte

Der Waldbühne droht eine schlechte Saison

Bislang sind für 2009 nur fünf Konzerte in der Waldbühne geplant - dem neuen Pächter CTS droht eine schlechte Saison. Bei der Konkurrenz in der Wuhlheide ist man deutlich weiter. Dabei hatte sich CTS recht hohe Ziele gesetzt. Die aber werden dieses Jahr wohl nicht erfüllt.

Für die kommende Open-Air-Saison sind in der Berliner Waldbühne erst fünf Konzerte geplant. In der Wuhlheide hingegen stehen bereits 14 Termine auf dem Programm. Laut Vertrag darf der neue Pächter CTS jährlich bis zu 18 Veranstaltungen in der Waldbühne ausrichten. Bislang sind nur Auftritte von Schlager-Barde Dieter Thomas Kuhn (4. Juli), den Toten Hosen (28. August) und der Kölner A-cappella-Combo Wise Guys (13. Juli) vorgesehen. Die beiden weiteren Konzerte sind Veranstaltungen von Peter Schwenkows Agentur Deutsche Entertainment AG (Deag) – die Deag war im Wettbewerb um einen neuen Vertrag im vergangenen Jahr gegen die CTS Eventim AG unterlegen.

Schwenkow bleibt mit dem Konzert der Philharmoniker (21. Juni) und dem Taschenlampen-Konzert (12. September) seiner alten Heimatbühne treu, nun als Mieter. „Nichts liegt mir mehr am Herzen, als die Waldbühne zu unterstützen“, sagt er Morgenpost Online. Allerdings zieht er mit zwei weiteren Großevents in die Konkurrenzbühne in der Wuhlheide – als Grund nennt Schwenkow hohe Mietkosten für die Waldbühne. In der Wuhlheide lässt Schwenkow Peter Maffay (9. Juni) und Katie Melua (24. Juli) auftreten. Und auch ansonsten ist man in der Wuhlheide in Sachen Terminplanung für die Sommersaison schon deutlich weiter. 14 Veranstaltungen sind angekündigt, darunter Konzerte von wie die Band Rosenstolz (11. bis 13. September) und Peter Fox (12. und 13. Juni). Mehrere Konzerte in der Wuhlheide sind bereits ausverkauft, weitere in der Planung.

Der neue Waldbühnen-Pächter ist hingegen von seinen selbst gesteckten Zielen noch deutlich entfernt. Bei der Vertragsunterzeichnung im September 2008 hatte CTS-Chef Klaus-Peter Schulenberg angekündigt, mit einem „erstklassigen Programm das weltweite Renommee und den guten Ruf der Waldbühne zu erhalten und weiter auszubauen“. Ziel sei es, die Bühne wieder „allen Veranstaltungsformen und -genres zu öffnen und sie damit zur attraktivsten Freiluftarena Deutschlands“ zu machen. Nun droht der Waldbühne aber offenbar eine müde Saison.

Dieter Semmelmann, der mit der CTS-Tochter Semmel Concerts die hochgesteckten Ziele erreichen soll, gibt gegenüber Morgenpost Online offen zu, dass das Programm „nicht zufriedenstellend“ ist. Dass aber - wie Schwenkow behauptet - zu hohe Mietforderungen der Grund seien, weist Semmelmann energisch zurück. „Kein potenzieller Veranstalter hat sich deshalb von der Waldbühne zurückgezogen.“ Zwar müsse die CTS laut Vertrag mehr Geld als Vorpächter Schwenkow an den Senat abführen. Doch liege es im eigenen Interesse, vor allem für eine gute Auslastung zu sorgen.

Hauptgrund für den vergleichsweise spärlich gefüllten Waldbühnen-Terminkalender sei in diesem Jahr der späte Vertragsabschluss im Herbst 2008. Viele Tourplanungen seien zu diesem Zeitpunkt schon abgeschlossen gewesen, darunter die von Depeche Mode, Tina Turner oder Pink. Derzeit stehe man aber noch in Gesprächen für „zwei bis drei“ weitere Veranstaltungen mit internationalen Top-Acts in diesem Jahr. Trotzdem bleibe 2009 für die Waldbühne ein „Übergangsjahr“. Wer die Leistungen der CTS als neuen Pächter bewerten wolle, den verweist Semmelmann auf 2010. Schon jetzt würden „aussichtsreiche Vorgespräche“ geführt.