Verkehrsausschuss

S-Bahn-Chef entschuldigt sich für Kälte-Chaos

Als es eiskalt wurde, ging bei der S-Bahn mancherorts nichts mehr. Anfang Januar konnten zeitweise Züge nicht eingesetzt werden, es kam zu Verspätungen und Ausfällen. Der Senat drohte bereits, seine Zuschüsse zu kürzen. Der S-Bahnchef erklärte und entschuldigte sich nun.

Das Management der Berliner S-Bahn hat sich für Ausfälle und Verspätungen zu Jahresbeginn im öffentlichen Nahverkehr entschuldigt. „Die Zustände zwischen dem 6. und 9. Januar waren schlicht nicht in Ordnung“, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Tobias Heinemann, bei einer Anhörung vor dem parlamentarischen Verkehrsausschuss. „Entschuldigung Berlin, Entschuldigung Fahrgäste“, sagte Heinemann.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD Christian Gaebler bezeichnete die vier Tage im Januar als „Chaostage“. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte die S-Bahnführung wegen der Ausfälle scharf kritisiert.

Heinemann betonte, nicht Regen oder Schnee seien die Ursache für die Ausfälle gewesen. „Die Probleme traten durch die tiefen Temperaturen von bis zu minus 22 Grad und das damit verbundene Lahmlegen der Sicherheitssysteme auf“, sagte der Manager. Konkret seien Fahrsperren und sogenannte Streckenanschläge vereist gewesen. Zusätzlich seien Probleme mit der Energieversorgung in der S-Bahn-Anlage Wannsee aufgetreten, deretwegen zeitweise ganze Züge in den fraglichen Tagen nicht eingesetzt werden konnten. Bis auf die Zeit zwischen dem 6. und 9. Januar habe die S-Bahn im Monat aber eine Pünktlichkeitsquote von knapp 93 Prozent erreicht.

Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, warf der S-Bahn „Versagen“ vor. Die Situation sei nicht höherer Gewalt geschuldet, zumal die niedrigen Temperaturen angekündigt worden waren. Bei den Nahverkehrszügen der DB Regio und bei den Berliner Verkehrsbetrieben habe es in der fraglichen Zeit keine Ausfälle gegeben. Gleiches gelte für Metropolen wie München oder das Rhein-Main-Gebiet.

Bei Unpünktlichkeit kann der Senat eine Vertragsstrafe gegen die S-Bahn durchsetzen. Derzeit überweist der Senat pro Jahr der S-Bahn einen Betriebszuschuss von rund 225 Millionen Euro. Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer hatte der S-Bahn zuletzt ein Strafgeld in Höhe von 2,3 Millionen Euro angedroht.