Video auf Youtube

Terrordrohung gegen Berlin - Körting bezweifelt Echtheit

Auf der Internetplattform Youtube ist ein neues Terror-Video aufgetaucht. Darin drohen Extremisten für Februar mit Anschlägen auf Berlin und andere deutsche Städte. Das Bundeskriminalamt nimmt die Drohung ernst. Berlins Innensenator Ehrhart Körting hat hingegen seine Zweifel.

In einer mysteriösen Video-Botschaft drohen Unbekannte mit Terroranschlägen in Berlin, Köln und Bremen. Das Bundesinnenministerium bestätigte am Sonnabend die Existenz des Films.

Das Video wurde auf der Internetplattform Youtube veröffentlicht, es sei aber bereits am 12. Januar wieder entfernt worden. Experten der Sicherheitsbehörden analysieren das Material. Nach einem Bericht des Magazins „Focus“ fehlen die bei islamistischen Video-Drohungen sonst üblichen religiösen Verweise und ein klarer Urheber.

Die Herkunft des Videos ist laut Bundeskriminalamt (BKA) noch nicht klar. Doch sagte ein Sprecher der Behörde am Sonnabend auf Anfrage: „Wir nehmen das ernst.“

Körting bezweifelt Echtheit

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat hingegen Zweifel an der Echtheit der Videobotschaft. Das Video sei seit einigen Wochen bekannt und schon von Fachleuten im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum ausgewertet worden, sagte Körting am Sonnabend am Rande der Klausurtagung der Berliner SPD-Fraktion in Göhren-Lebbin (Mecklenburg-Vorpommern).

Die Zweifel seien dadurch begründet, dass die sonst üblichen Hinweise auf eine bestimmte Gruppe und ihre Symbole fehlten, sagte Körting. Deshalb seien die Experten zu dem Schluss gekommen, „dass keine Veränderung der Gefährdungslage in Deutschland besteht“, sagte der Innensenator.

"Deutschalnd bekommt Probleme"

Erst am vergangenen Wochenende war ein Video mit Warnungen ausschließlich an Deutschland aufgetaucht. Die Sicherheitsbehörden hatten es eindeutig Islamisten zugeordnet, weil darin ein ihnen bekannter Mann mit Zugang zu Führungskreisen des Terrornetzwerks al-Qaida auftritt.

In dem nun bekannt gewordenen Video heißt es laut „Focus“ auf eingeblendeten Texttafeln: „Wir werden eine Armee senden mitten in eure Stadt, besonders Berlin, Köln und Bremen.“ Im Hintergrund seien Maschinengewehr-Salven und explodierende Granaten zu hören. „Deutschland und vier andere Länder werden ab Februar '09 Probleme kriegen“, heißt es demnach weiter.

Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte: „Beide Videos fügen sich in unsere Bewertung ein, wonach die dschihadistische Propaganda gegen Deutschland eine neue Qualität erreicht hat. Deutschland wird in solchen Botschaften explizit bedroht, auch in deutscher Sprache und mit deutschen Inhalten.“

Zunehmend würden auch Botschaften von islamischen Extremisten, sogenannten Dschihadisten, aus Deutschland verlesen. „Deutschland und deutsche Interessen im Ausland sind im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus. Dies zeigt sich unter anderem in den Anschlägen gegen Deutsche in Afghanistan oder den vereitelten Anschlägen der sogenannten Sauerland-Gruppe.“

Der Sprecher des Videos vom vergangenen Wochenende, der in Marokko geborene Bundesbürger Bekkay H., ist laut „Spiegel“ nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden innerhalb von al-Quaida an führender Stelle mit Anschlagsplanungen betraut. An seinem mutmaßlichen Aufenthaltsort im halbautonomen nordpakistanischen Stammesgebiet Waziristan soll er unter dem Schutz eines örtlichen Kriegsherrn stehen. Ein Kommandeur aus dessen Clan sagte dem Magazin, der Deutsche sei in fast alle größeren Anschlagsplanungen in der Region eingebunden.

H. soll vom derzeit in Koblenz vor Gericht stehenden Islamisten Aleem N. an al-Qaida vermittelt worden sein, wie beide Magazine schreiben. Demnach sollen auch H.s zum Islam konvertierte Frau und sein kleiner Sohn Deutschland verlassen haben.