Winterdienst

Hausbesitzer lassen Gehwege vereisen

Seit Schnee und Eis Berlin fest im Griff haben, häufen sich bei den Ordnungsämtern die Beschwerden. Viele Hausbesitzer kommen ihrer Räumungspflicht einfach nicht nach. Doch dieses Versäumnis kann richtig teuer werden.

Die Ordnungsämter in Berlin haben, seit in Berlin Schnee, Eis und Kälte herrschen, alle Hände voll zu tun. Die Beschwerden der Bürger über nicht geräumte und glatte Gehwege reißen nicht ab. „21 Beschwerden haben wir in den letzten Tagen bearbeitet“, sagt Peter Gebert vom Ordnungsamt Neukölln.

Zehn Mitarbeiter seien im Bezirk unterwegs, um die Gehwege zu kontrollieren. Sie streuen Split, wo es nötig ist. "Obwohl das nicht unsere Aufgabe ist“, sagt Gebert. Denn eigentlich sind die Eigentümer der angrenzenden Häuser und Geschäfte für das Schneeschippen und das Streuen von Sand oder Granulat zuständig.

Oft sei der Besitzer oder die von ihm beauftragte Firma nicht erreichbar. „Das ist dem Bürger jedoch egal – deshalb übernehmen wir die Aufgabe dann“, sagt auch Jens-Holger Kirchner (Grüne), Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung in Pankow. Aber er kündigte an, dass die Versäumnisse der Hauseigentümer geahndet werden.

"Der Eigentümer begeht eine Ordnungswidrigkeit.“ Wer dem Ordnungsamt wiederholt negativ aufgefallen ist, muss Bußgeld zahlen. Außerdem haftet der Grundstückseigentümer bei Unfällen, meist Knochenbrüchen nach Stürzen. „Das Ordnungsamt des jeweiligen Bezirks ermittelt auf Anfrage den verantwortlichen Besitzer“, sagt Kirchner.

Daniel Buchholz, umweltpolitischer Sprecher der SPD Berlin, forderte die Ordnungsämter dazu auf, noch stärker zu kontrollieren: „Gerade für ältere Menschen stellen die glatten Bürgersteige ein großes Problem dar.“

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat sich gestern auf einen erneuten, wetterbedingten Großeinsatz eingestellt. „Bei diesen Temperaturen sind alle Mitarbeiter permanent im Einsatz“, so Sprecher Bernd Müller.