Region Berlin/Brandenburg

Mehr als 900 Unfälle auf eisglatten Straßen

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Foto: ddp / DDP

In Berlin fielen in der Nacht zu Montag stellenweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. Was für Kinder Schlittenvergnügen war, bedeutete für Autofahrer und Fußgänger jedoch gefährliche Rutschpartien auf glatten Straßen und Fußwegen. Und das nicht nur in der Region.

Auf schneeglatten Straßen haben sich am Montag in Berlin zahlreiche Unfälle ereignet. Im morgendlichen Berufsverkehr ließen die Autofahrer zunächst Vorsicht walten. Bis 10 Uhr hatte die Polizei lediglich 35 Unfälle gezählt, zumeist nur Blechschäden. Fünf Stunden später hatten sich aber bei unfreiwilligen Rutschpartien weitere 196 Kollisionen ereignet. Zwischen 15 und 18 Uhr kamen noch 132 Unfälle hinzu. An der Französischen Straße in Mitte erlitt am Vormittag eine 86-jährige Fußgängerin einen Beinbruch, als sie in Höhe Markgrafenstraße von einem BMW-Fahrer erfasst wurde. Ursache für die Häufung um die Mittagzeit war offenbar das Unterschätzen der Gefahren durch wieder überfrierende Fahrbahnen.

Die Straßenbahnen, S- und U-Bahnen fuhren überwiegend planmäßig. Die Bahn meldete einige Verzögerungen durch von Eis blockierte Weichen. Die Mehrzahl der Busse hatte hingegen besonders an vereisten Haltestellen Probleme, was zu Verspätungen von 20 und mehr Minuten führte.

Weitaus schwerer als in der Hauptstadt war der Verkehr in Brandenburg betroffen. Bis 18 Uhr zählte die Polizei am Montag dort mehr als 540 Unfälle auf schneeglatten Straßen mit 21 Verletzten. Die Hälfte der Unfälle sei durch die Witterung bedingt gewesen.

Auf eine harte Geduldsprobe wurden Zehntausende Pendler gestellt, die auf Autobahnen in kilometerlange Staus geraten waren. Mehrere Lkw-Unfälle verwandelten die A 24 und den südlichen Berliner Ring in riesige Parkplätze. Gegen 9 Uhr war auf der A 10 zwischen dem Schönefelder Kreuz und der Ausfahrt Rangsdorf ein mit 28.000 Litern Heizöl beladener Tanklastzug umgekippt und blockierte die Fahrbahn in Richtung Potsdam. Die Tanks des Gefahrguttransporters hielten dem Unfall stand. Erst um 11.15 Uhr konnte der Verkehr auf zwei Spuren freigegeben werden, bevor die Polizei die A 10 am Nachmittag zur Bergung der verunglückten Zugmaschine erneut sperrte.

Nach einem Glätteunfall wurde die A 24 Hamburg-Berlin bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) am Montagmorgen für mehrere Stunden zunächst vollständig gesperrt. Später lief der Verkehr in Richtung Berlin wieder. Ein Lastwagen war von der schneeglatten Fahrbahn abgekommen und durch die Leitplanke auf die Gegenfahrbahn geraten, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Dort blieb der Anhänger des Fahrzeugs umgekippt liegen. Verletzt wurde aber niemand.

Deutschlands Autobahnen mit Schnee und Eis

Heftige Schneefälle und spiegelglatte Straßen haben in der Nacht zum Montag und am Morgen auch den Verkehr in weiten Teilen Deutschlands lahm gelegt. Mehrere Autobahnabschnitte und der Flughafen Düsseldorf mussten stundenlang gesperrt werden. Im hessischen Main-Kinzig-Kreis starb ein 44 Jahre alter Mann, als er mit seinem Fahrzeug frontal mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammenstieß, teilte die Polizei mit.

Bei zehn bis 20 Zentimetern Neuschnee und Glätte kamen die Räumfahrzeuge vielerorts nicht mehr durch. Auf der zum Ferienende stark befahrenden Autobahn A 2 in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mussten Tausende Autofahrer stundenlang im Stau stehen. Die eisglatte Strecke zwischen Lauenau und Bad Eilsen wurde in Richtung Ruhrgebiet zum Teil voll gesperrt.

Auf der A 1 zwischen Bergheim und Leverkusen ging auf 25 Kilometern nichts mehr. „Immer wieder haben sich Autos quer gestellt, so dass Fahrstreifen gesperrt werden mussten“, sagte ein Polizeisprecher. Auf der A 44 nahe dem nordrhein-westfälischen Marsberg kam ein Lastwagen von der Straße ab, Tausende Hühner verendeten im Anhänger. Laut Deutschem Wetterdienst sollen die Temperaturen in den kommenden Nächten auf bis zu minus 20 Grad absinken. Erst am Freitag könnte sich mildere Luft durchsetzen.

( pol/AFP )