Nach Prügel-Attacke

Spandauer Lehrer will Angreifern gegenübertreten

Nach der brutalen Prügel-Attacke weiß Horst F. nicht, ob er jemals wieder so locker wie früher vor seinen Schülern stehen kann. Er sei vor allem psychisch sehr angegriffen. Die Polizei hat ihm nun ein Täter-Opfer-Gespräch vorgeschlagen. Und er will die Schläger treffen.

Drei Tage nach der Gewalttat an der Spandauer Gottfried-Kinkel-Realschule ist der betroffene Konrektor und Mathematiklehrer Horst F. (58) unsicher, wie es für ihn weitergehen wird. F. war am Dienstagnachmittag von zwei schulfremden jungen Männern in seinem Büro zusammengeschlagen worden. „Ich habe noch nicht den inneren Abstand, um eine Entscheidung zu treffen“, sagte der Pädagoge Morgenpost Online.

Er sei vor allem psychisch sehr angegriffen und brauche jetzt Ruhe, um über seine Zukunft als Lehrer nachdenken zu können. „Ich habe so viel Zuwendung von den Schülern meiner Schule erfahren, dass ich schon vorhabe, wieder an die Schule zurückzukehren“, sagte Horst F. jedoch. Er wisse aber nicht, ob er es ohne Hilfe schaffe, wieder so locker vor seine Schüler zu treten wie bisher.

Diese Lockerheit habe seinen Unterrichtsstil ausgemacht, betonte der Lehrer. Um das Erlebte besser verarbeiten zu können, habe er den Vorschlag der Polizei angenommen, ein Täter-Opfer-Gespräch zu führen. „Ich gehe davon aus, dass die Täter dazu bereit sind. Deren Anwalt hat mir bereits brieflich mitgeteilt, dass die Jugendlichen die Tat bereuen und sich entschuldigen“, sagte er.

Horst F. hofft außerdem, dass auch die Jugendlichen durch ein derartiges Gespräch angeregt werden, sich mit ihrem Fehlverhalten auseinanderzusetzen.

Die Kriminalpolizei ermittelt gegen die 18 und 19 Jahre alten Jugendlichen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Hausfriedensbruchs. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird es voraussichtlich eine weitere Vernehmung der Täter geben.