Berliner FDP

Politiker entschuldigt sich für Rattenjagd

Der Berliner Liberale Henner Schmidt wollte die Berliner am Alexanderplatz auf Rattenjagd schicken, um der Plage im Bezirk Mitte Herr zu werden. Pro erlegten Nager sollte es einen Euro geben. Nun rudert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus zurück.

Der FDP-Politiker Henner Schmidt hat sich für seinen umstrittenen Vorschlag entschuldigt, die Rattenjagd in der Hauptstadt mit einem Euro "Fangprämie" zu belohnen.

In einem Brief an seine Parteifreunde schrieb Schmidt, seine "nicht hinreichend bedachten Äußerungen" seien "als Vorschlag missverstanden worden, bewusst gerade Menschen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und in wirtschaftlicher Not zur Rattenbekämpfung heranzuziehen". Das habe der FDP geschadet und Gefühle von Menschen verletzt. Schmidt bat jene Menschen um Verzeihung, "die sich in ihrer Würde angegriffen fühlen". Das bedaure er zutiefst.

Der FDP-Chef des Bezirks Mitte und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus hatte gesagt, die Rattenplage in Berlin müsse stärker bekämpft werden. "Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen." Der Berliner FDP-Fraktionschef Martin Lindner hatte die Äußerungen "unglücklich" genannt.

"Ich weiß, wie schwer es für viele Menschen in dieser Stadt ist, den Lebensunterhalt für sich selbst und ihre Familie zu bestreiten und habe großen Respekt vor den Anstrengungen, die sie dafür unternehmen", schrieb Schmidt weiter. Er habe nicht vorgeschlagen, Hartz-IV-Empfänger zur Bekämpfung der Rattenplage heranzuziehen.

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