Mediaspree-Projekt

Bar 25 darf noch für einen Sommer öffnen

Tanzen und Chillen am Spreeufer, das ist in der Bar 25 noch für einen Sommer möglich. Darauf haben sich die Mieter mit dem Eigentümer, den Berliner Stadtreinigungsbetrieben, geeinigt. Danach wird das Areal im Zuge des Mediaspree-Projekts bebaut. Doch die Bar-25-Betreiber trauern nicht, sie haben schon neue Pläne.

Foto: Michael Brunner / Brunner

Winterpause in der Bar 25. Grauer Nebel liegt über dem Spreeufer, über den Holzbuden, über Restaurant, Sauna, Theater. Die Nachbarn vom White Trash Strandmarkt haben ihren Teil des Geländes bereits geräumt. Auch die Bar 25 sollte längst verschwunden sein. Wie andere alternative Nutzungen im Bereich des Investorenprojektes Mediaspree soll sie Plänen für eine hochwertige Bebauung weichen.

Doch seit Freitag steht fest: Der Szenetreff wird auch im Sommer 2009 seine Türen öffnen. Die Betreiber der international bekannten Bar haben sich vor dem Landgericht mit ihrem Vermieter, der Berliner Stadtreinigung (BSR), auf einen Vergleich verständigt.

Ergebnis: Die von der BSR ausgesprochene Kündigung zum 31. Oktober dieses Jahres ist vom Tisch. Dafür räumen die Barbetreiber zum 31. August kommenden Jahres freiwillig das Filetgrundstück an der Holzmarktstraße. Nach Gerichtsangaben wurde der Vergleich „nicht auf Widerruf“ geschlossen. Im Klartext: Beide Vertragspartner sind bis zum Vertragsende an die gestern getroffene Regelung gebunden.

Wie BSR-Sprecherin Sabine Thümler am Freitag bestätigte, plant das landeseigene Unternehmen eine umfangreiche Altlastensanierung des Bodens auf dem etwa 50.000 Quadratmeter großen Areal. Damit soll das Ufergrundstück attraktiver für Investoren werden. Im Rahmen des Mediaspree-Konzeptes soll dort das Quartier Spree Urban mit Hotel, Wohnungen, Büros und Gastronomie entstehen. Der Bebauungsplan ist bereits festgelegt.

Allerdings hatte sich in einem Bürgerentscheid im Sommer die Mehrheit der Teilnehmer in Friedrichshain-Kreuzberg gegen die ursprünglichen Pläne der Mediaspree-Investoren in ihrem Bezirk ausgesprochen. Seither versucht ein Sonderausschuss der Bezirksverordneten-Versammlung Kompromissvorschläge zu erarbeiten, die Investoren und Mediaspree-Gegnern gleichermaßen gerecht werden.

Interessenten für das BSR-Grundstück gebe es trotz der angespannten Situation, betont Sprecherin Sabine Thümler, konkrete Geldgeber aber bislang noch nicht.

Zum angestrebten Verkaufserlös schweigt sich die BSR aus. Unter Wert will man sich von dem nahe der Michaelbrücke gelegenen Grundstück aber in keinem Fall trennen, wie Thümler bekräftigt. „Wir haben keinen zeitlichen Druck“, sagte sie. Auch deshalb sei die BSR mit dem Aufschub durch den geschlossenen Vergleich durchaus zufrieden. Die Sanierung ist nun auf die Zeit nach dem Ende der Bar 25 verschoben. Zusammen mit der Bodensanierung investiert die BSR dann von September 2009 an mehrere Millionen Euro in die Aufwertung ihres Grundstücks.

„Grundsätzlich zufrieden“ mit der Einigung zeigt sich auch Bar-Mitinhaber Juval Dieziger. Seit er und seine Partner 2004 als Zwischennutzer der Brache antraten, hat sich die Bar vom Geheimtipp zu einem florierenden Unternehmen mit 25 fest angestellten Mitarbeitern nebst mehr als 70 Gelegenheitsjobs entwickelt. Die längst zum Kult erhobene Atmosphäre zwischen Strandbar, Western-Ranch und Hippie-Kommune lockt Club-Touristen aus aller Welt an. Was aus der Bar 25 nach dem 1. September 2009 wird, ist offen. Die Betreiber bestätigen, dass es Ideen gebe, wollen sich zu Einzelheiten aber nicht äußern.