Ausbau

Jüdisches Museum bekommt Millionenspitze vom Bund

Das Jüdische Museum will sich vergrößern und hat Interesse am Gelände des Blumengroßmarktes an der Friedrichstraße. 2010 ziehen die Blumenhändler um. Dann könnte Baubeginn sein. Für Erweiterung des Museums zahlt der Bund nun sechs Millionen Euro und stellt damit die Pläne auf eine realistische Grundlage.

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Das Jüdische Museum erhält vom Bund sechs Millionen Euro für seinen geplanten Erweiterungsbau. Dies ist ein Ergebnis der laufenden Haushaltsberatungen im Bundestag für den Etat 2009. Von Seiten des Jüdischen Museums hieß es, die sechs Millionen Euro für die Erweiterung seien ein erfreuliches Signal. Denn mit der Finanzspritze des Bundes werden die Ausbaupläne des Jüdischen Museums auf dem Gelände des Blumengroßmarktes an der Friedrichstraße auf eine realistische Grundlage gestellt. Das Museum hat Interesse an der Nutzung der 2010 freiwerdenden 6500 Quadratmeter großen Halle gezeigt, um Raum für Archivmaterialien, Forschungstätigkeit und pädagogische Angebote zu schaffen. Noch aber ist das Projekt nicht in trockenen Tüchern.

Denn weder gebe es eine konkrete Planung für die Nutzung der Halle, noch stünden die Gesamtkosten und der vom Museum zu leistende Eigenanteil fest, sagte gestern die Museums-Sprecherin, Melanie von Plocki: „Klar ist aber, dass wir einen größtmöglichen Beitrag über Spenden leisten wollen.“ Ob der vier Millionen Euro betragen wird, wie es von Seiten des Kulturstaatsministers Bernd Neumann (CDU) heißt, kann vom Jüdischen Museum noch nicht bestätigt werden.

Neumann beziffert die Kosten für die Erweiterung in unmittelbarer Nähe des Museums mit zirka zehn Millionen Euro. Diese setzten sich aus sechs Millionen Euro Bundesmitteln und weiteren vier Millionen Euro Spenden“ zusammen. „Wir sind noch in einem ganz frühen Planungsstadium. Fest steht bisher nur, dass wir erweitern müssen, die Halle des Blumengroßmarktes favorisieren und der Bund uns hilft“, sagt von Plocki. Anfang 2009 werde eine konkretere Planung vorliegen.

Umbau und Nutzung des 24.000 Quadratmeter großen Blumengroßmarktareals könnten ohnehin erst 2010 beginnen. Denn erst dann werden die Blumenhändler an die Beusselstraße ziehen. Während die landeseigene Berliner Großmarkt GmbH als Eigentümer die Halle abreißen und das Areal verkaufen will, hat sich Kulturstaatssekretär André Schmitz für eine Nutzung der Räume durch das Museum ausgesprochen. Auch der Bezirk steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Von Seiten der Berliner Großmarkt GmbH hieß es gestern, dass man nichts gegen die Pläne des Museums habe, man das aber Areal verkaufen wolle. Geschäftsführer Andreas Foidl geht davon aus, dass sich über den Verkauf die neue und doppelt so große geplante Halle an der Beusselstraße finanzieren lasse. Zwölf Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt.