Mini E

BMW testet seine Elektro-Mini-Flotte in Berlin

Nach Daimler startet auch BMW einen ersten Praxisversuch zur Erprobung von Elektroautos in Berlin. Ab Frühjahr sollen 50 Elektro-Minis durch die Hauptstadt flitzen. Ihren Strom „zapfen" die Fahrer dann an Säulen des Stromversorgers Vattenfall. Und aus denen soll nur grüne Energie fließen.

Der Autobauer BMW und der Stromkonzern Vattenfall wollen im Frühjahr 2009 in Berlin mit 50 Elektro-Minis an den Start gehen. Nach BMW-Angaben werden hierzu mit ausgewählten Privat- und Firmenkunden Leasingverträge abgeschlossen. Ein Forscherteam der Technischen Universitäten Berlin, Chemnitz und Ilmenau werde das Projekt wissenschaftlich begleiten.

Das in Oxford und München produzierte Elektroauto hat nach Herstellerangaben eine maximale Reichweite von etwa 250 Kilometern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 152 Kilometern pro Stunde. Der Ladevorgang dauert etwa 2,5 Stunden.

Ihren Strom sollen die Elektroflitzer von Vattenfall bekommen. Der Stromversorger will in Berlin zunächst 50 Stromsäulen aufstellen. Auch Kunden von der Vattenfall-Konkurrenz können sie nutzen. Das „Betanken“ über den normalen Schuko-Stecker wird dann über die Stromrechnungen dieser Konkurrenz-Anbieter abgerechnet.

Der Strom von den Vattenfall-Zapfsäulen soll aus alternativen Energiequellen stammen. „Vattenfall wird in dem Projekt erforschen, wie man erneuerbare Energien effektiv speichern kann im Netz. Wir erforschen, die Stromnetze der Zukunft“, sagte Vattenfall-Vorstandschef Tuomo Hatakka.

Erprobt werden solle der neue Elektro-Kleinwagen auch im Ausland, sagte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer bei der Vorstellung des „Mini E“ in Berlin. 2009 sollten 50 Fahrzeuge im Großraum London und 500 in den USA eingesetzt werden – davon je die Hälfte an der West- und an der Ostküste.

Umweltminister Gabriel schwärmt

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bezeichnete das Pilotprojekt des Automobil- und des Stromkonzerns als ein gelungenes Beispiel für moderne Umwelt- und Industriepolitik. Ziel sei es, mit Hilfe des Projekts die Elektrochemie wieder zu einer deutschen Kernkompetenz zu machen. Der Mini E eigne sich dafür, da er über Lithium-Ionen-Batterien mit Strom versorgt wird.

Der Mini E setzt dem Minister zufolge beim Umweltschutz neue Maßstäbe, da der Antriebsstrom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. „Nur 0,3 Prozent mehr Strom werden benötigt, um eine Million E-Minis zu versorgen“, sagte Gabriel. Mit Verweis auf die Diskussion über Klimavorgaben der Europäischen Union für die Automobilindustrie forderte er, dass „gerade jetzt in technische Innovationen investiert werden muss“, sagte der SPD-Politiker.

Neben BMW und Vattenfall arbeiten auch RWE und Daimler seit September am Aufbau einer Infrastruktur für Elektroautos in Berlin. Bis Ende 2009 sollen für 100 Elektro-Smarts 500 Stromtankstellen aufgestellt werden.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.