Explosionsgefahr

Verwirrter Berliner manipuliert Gasleitung

Ein lebensmüder Mann hat in einem Mietshaus an der Böcklerstraße in Kreuzberg eine Gasleitung manipuliert. Bewohner des Hauses bemerkten den starken Gasgeruch und alarmierten die Feuerwehr. Sie stellte im dritten Obergeschoss eine explosionsfähige Gas-Luft-Konzentration fest.

Wegen der versuchten Herbeiführung einer Gasexplosion ermittelt die Kriminalpolizei gegen einen 44-Jährigen aus Kreuzberg. Der offenbar verwirrte Mann wollte sich am Samstag gegen 13 Uhr in seiner Wohnung in der Böcklerstraße das Leben nehmen und hatte an der Gasleitung manipuliert, sagte ein Polizeisprecher. Anschließend rief er seinen Bruder in der Nachbarschaft an und bat ihn um Hilfe. Der 48-Jährige brachte den Lebensmüden in ein nahe gelegenes Krankenhaus. Anschließend sicherte er die beschädigte Leitung provisorisch.

In der Zwischenzeit hatten Bewohner des Hauses den starken Gasgeruch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Die Einsatzkräfte stellten in der Wohnung des 44-Jährigen im dritten Obergeschoss eine explosionsfähige Gas-Luft-Konzentration fest und brachten alle anwesenden Mieter des Hauses in Sicherheit. Die Rettungskräfte sorgten für gute Durchlüftung. Experten der Gasag dichteten die Leitung fachmännisch ab. Während des Einsatzes wurde die Böcklerstraße zeitweilig zwischen Erkelenzdamm und Gitschiner Straße gesperrt.

Der 44-Jährige floh in einem unbeobachteten Moment aus der Rettungsstelle des Krankenhauses. Ein Psychiater entdeckte ihn an einem offenen Fenster sitzend in der neunten Etage. Offenbar hatte er einen weiteren Suizidversuch vor. Gemeinsam mit dem Bruder sprach der Arzt auf den Verwirrten ein, bis dieser von seinem Vorhaben abließ. Anschließend wurde er in die psychiatrische Abteilung eingewiesen.