Wasserqualität

Berlins Badeseen sind Spitze in Europa

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Die Hauptstadt ist die europäische Metropole mit den meisten als sauber eingestuften Badegewässern. Von den 40 regelmäßig getesteten Badestellen haben derzeit 38 eine "hervorragende Wasserqualität". Die restlichen zwei erhielten bei den Kontrollen der Wasserqualität immerhin die Note "gut".

Ein perfektes Sonnen-Wochenende liegt hinter uns - die Temperaturen stiegen auf mehr als 30 Grad (Luft) und 20 Grad (Wasser). Angesichts dieser Wetterbedingungen zog es Zehntausende an die Berliner Seen. Dass der Badespaß weitgehend ungetrübt bleibt, dafür sorgt nicht zuletzt die konstant gute Wasserqualität in der Region.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit ist Berlin die europäische Metropole mit den meisten als sauber eingestuften Badegewässern. Von den 40 regelmäßig getesteten Badestellen haben derzeit 38 eine "hervorragende Wasserqualität", so Silvia Kostner vom Berliner Landesgesundheitsamt. Die restlichen zwei - das Freibad Jungfernheide in Charlottenburg und die Badestelle am südlichen Abschnitt des Groß Glienicker Sees in Spandau - erhielten im Ergebnis der zwischen dem 22. Mai und den 2. Juni erfolgten Kontrollen der Wasserqualität immerhin die Note "gut".

Alle zwei Wochen Wasserkontrollen

Auch an den 253 unter Kontrolle stehenden Badestellen in Brandenburg ist die Wasserqualität derzeit gut bis sehr gut. "Es gibt keinerlei Beanstandungen", sagte die zuständige Referatsleiterin im Potsdamer Umweltministerium, Heidrun Seyfferle. Trotz der jüngsten Hitzewelle kam es bislang auch nicht zu einem vermehrten Algenwachstum. "Erfahrungsgemäß können jedoch die ersten Probleme mit Algen ab Ende Juli auftreten", meinte Seyfferle.

Die Berliner Badegewässer werden nach Angaben des Landesgesundheitsamtes alle zwei Wochen überprüft - und damit doppelt so häufig wie die Europäische Union in ihrer neuen Badegewässer-Richtlinie vorschreibt. Je nach Ergebnis kennzeichnet das Landesamt die Badestellen auf ihrer im Internet veröffentlichten Karte in Grün (Wasserqualität "hervorragend"), Gelb ("gut") und bei Überschreitung von EU-Grenzwerten in Rot ("nicht zu empfehlen"). Werden die Grenzwerte erheblich überschritten, verhängt die Behörde auch Badeverbote. Dann wird der Ort in der Übersicht schwarz gekennzeichnet.

"Die Berliner Badestellen bewahren normalerweise den ganzen Sommer über eine gute Wasserqualität", sagt Kostner. Das Hauptproblem seien die Algen, die sich spätestens im August großflächig ausbreiten. "Wenn es weiter so heiß bleibt, könnte es damit in diesem Jahr auch schon früher losgehen." Bedenklich seien die Blaualgen, auf deren Absonderungen manche Menschen mit Hautreizungen oder bei Verschlucken mit Übelkeit und Durchfall reagieren. Ein besonderes Risiko bestehe für kleine Kinder. Für den Laien seien Blaualgen nicht leicht zu erkennen. "Grundsätzlich gilt, wenn Schaumkronen und Schlieren auf dem Wasser schwimmen, ist das kein gutes Zeichen", sagt Kostner. "Gar nicht ins Wasser gehen sollte man unmittelbar nach starken Regenfällen", so die Sprecherin des Landesgesundheitsamtes. Durch die Einspülung von Fäkalien und Müll könne sich die Wasserqualität kurzfristig extrem verschlechtern.

Stiftung Warentest urteilt: "mittelmäßig"

Nicht ganz so gut wie das Urteil der Behörden fällt die Bewertung der Berliner und Brandenburger Badegewässer durch die Stiftung Warentest aus. In einer in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift veröffentlichten Umweltkarte sind gleich mehrere Badestellen verzeichnet, bei denen in den vergangenen Jahren mehr oder minder oft EU-Grenzwerte überschritten wurden. Das Test-Urteil "mittelmäßig" (Grenzwerte wurden eingehalten, strengere Richtwerte aber relativ häufig überschritten) erhielten in Berlin Badestellen am Großen Müggelsee, Plötzensee, Orankesee, die Strandbäder Grünau und Wannsee sowie in Brandenburg etwa der Beetzsee (Potsdam-Mittelmark), Lehnitzsee (Oberhavel), Wandlitzsee, Liepnitzsee, Parsteiner See (Barnim), Straussee, der Schermützelsee (beide Märkisch-Oderland) sowie der Schwielochsee (Dahme-Spreewald). Als einziger mit "Rot" (Vorsicht, Grenzwerte und Richtwerte wurden mehrfach überschritten) wurde der Flughafensee in Reinickendorf bewertet.

Wasserqualität in Berlin und Brandenburg: www.berlin.de/badegewaesser ; www.luis-bb.de