Rechtsstreit

Knuts Zukunft ist ungewiss

Am 5. Dezember 2006 im Zoo Berlin geboren, ist Eisbär Knut doch kein Berliner. Und so ist sein Schicksal ungewiss. Knuts Eigentümer ist der Tierpark Neumünster, dem Knuts Vater Lars gehört. Als Lars von Neumünster nach Berlin kam, handelten die Häuser aus, wem seine Nachkommen zufallen. Da Knuts Zwillingsbruder „Groß“ starb, gehört Knut, zunächst „Klein“ genannt, als erster Überlebender Neumünster.

Er wurde zum Kassenschlager: 2007 kamen mehr als drei Millionen Besucher in den Zoo Berlin und brachten zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe. Lizenzgebühren und der Verkauf von Merchandising-Produkten brachten einen Reingewinn von 750.000 Euro. Daran will Tierpark-Direktor Peter Drüwa aus Neumünster beteiligt werden. Er hat geklagt. Der Termin vor dem Landgericht Berlin ist am 19. Mai 2009.

„Wohin Knut danach geht, ist offen“, sagt Zoo-Kurator Heiner Klös. Die Entscheidung obliege dem Eigentümer in Absprache mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes vom Zoo Amsterdam. Berlin hat keine Priorität, weil es in Zoo und Tierpark bereits Zuchtgruppen gibt.

Zudem könnte es eng werden. Eisbär Lars hat im Sommer seine Mannes-Pflicht erfüllt. Seit zwei Wochen leben die Eisbärinnen Tosca, Nancy und Katjuscha im Innengehege. Sie würden sich in freier Wildbahn zur Geburt auch in eine Höhle zurückziehen. Ob die Damen schwanger sind, kann Klös wegen des dicken Fells nicht erkennen. Er überlegt, einen Schwangerschaftstest zu bauen. „Bei den Pandas hatten wir einen Auffangbehälter in den Gully gestellt, um Urin für den Test zu sammeln. Das hat funktioniert.“ Klar ist: Das nächste Baby gehört dem Zoo Berlin.

( tal )