Hochhaus-Projekt am Zoo

Verkauf des Schimmelpfeng-Areals ist geplatzt

Auf dem Gelände des denkmalgeschützten Schimmelpfeng-Hauses an der Kantstraße sollte ein 120 Meter hoher Gebäudekomplex entstehen. Doch der Käufer des Areals hielt den Vertrag nicht ein – damit fällt das Grundstück wieder zurück an den alten Eigentümer. Der will das Hochhaus jetzt selbst bauen.

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Das Hochhaus-Projekt auf dem Schimmelpfeng-Areal an der Kantstraße in Charlottenberg ist erneut ins Stocken geraten. Das Unternehmen, an das das Projekt verkauft worden war, habe den Vertrag nicht erfüllt.

Damit sei das Grundstück an den Voreigentümer zurückgefallen. Ob das geplatzte Geschäft mit Finanzierungsschwierigkeiten zusammenhängt, wollte Ekkehard Liebig von der Eigentümerin, einer zur EH Estate Management GmbH (einem Tochterunternehmen der Eurohypo) gehörenden Objektgesellschaft, nicht bestätigen.

Wie berichtet, soll auf dem Grundstück an der Gedächtniskirche ein dreiteiliger bis zu 120 Meter hoher Gebäudekomplex entstehen. Das Investitionsvolumen beträgt 230 Millionen Euro. "Wir befinden uns gerade in Verhandlungen mit einem großen deutschen Immobilien-Entwickler. Dabei streben wir eine Kooperation mit einem aktualisierten Nutzungskonzept an und hoffen, 2009 wieder starten zu können", sagte Liebig weiter. Die Eigentümerin werde das Hochhaus nun selbst realisieren.

Die Planungen für ein Hochhaus auf dem Areal des denkmalgeschützten Schimmelpfeng-Hauses gehen auf die 1990er-Jahre zurück. Der Senat hatte schließlich im November 2003 mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan grünes Licht für Abriss und Neubau gegeben. Die Baugenehmigung für rund 45.000 Quadratmeter neue Nutzfläche (Einzelhandel, Hotel, Büros und Wohnen) war Anfang 2007 erteilt worden.

Eigentlich sollte noch in diesem Jahr Baustart sein. Der städtebauliche Vertrag räumt dem Projekt nämlich Fristen ein. "Bis 2013 muss das Gebäude fertig sein", sagt Marko Rosteck, Sprecher von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Sollte dies nicht der Fall sein, könne der Bebauungsplan aufgehoben werden, ohne dass dem Eigentümer eine Entschädigung zustünde.

Im Bezirk sieht man die erneute Verzögerung indes gelassen. "Es war immer klar, dass dieses Bauprojekt am Zoo sicherlich als letztes realisiert wird", sagt Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Entscheidend sei jedoch, dass es bei den anderen Vorhaben in der Gegend nach Plan laufe. Der Bau des Aussichtsrades, des Hochhauses "Zoofenster" sowie des Um- und Ausbaus des "Zentrums am Zoo" würden im Zeitplan liegen.