Razzia

Polizei hebt Schleuser-Bande in Berlin aus

Mehr als 100 Bundespolizisten haben in Schöneberg zeitgleich sieben Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Dabei stießen die Beamten auf eine Fälscherwerkstatt und nahmen zwei Nordafrikaner fest. Sie gelten als Köpfe einer international agierenden Schleuser- und Fälscherbande.

Bei einer Razzia in Schöneberg hat die Polizei eine Fälscherwerkstatt für Reisepässe und Autopapiere ausgehoben und zwei 33-jährige Nordafrikaner verhaftet. Gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor, wie Berliner Staatanwaltschaft und Bundespolizei mitteilten. Die beiden gelten als Köpfe einer international agierenden Bande, die auf Bestellung Aufenthaltstitel und Kfz-Dokumente beschafft und gefälscht haben soll. Einer der Beschuldigten halte sich bereits seit fünf Jahren unerlaubt in Deutschland auf, hieß es.

Bei der Razzia waren 140 Bundespolizisten im Einsatz – darunter auch Spezialkräfte. Sie durchsuchten zeitgleich insgesamt sieben Wohn- und Geschäftsräume. Bei der Aktion konnten umfangreiche Beweismittel wie Blankoreisepässe und Visaetiketten beschlagnahmt werden. Die Polizisten trafen dabei auch auf zehn Menschen, deren Personalien oder deren Aufenthaltserlaubnis unklar sind. Sie wurden vorläufig in Gewahrsam genommen.

Die Bande soll nicht nur Dokumente gefälscht, sondern möglicherweise auch aktiv Leute eingeschleust haben. Mit den gefälschten Fahrzeugpapieren sollen hochwertige Autos der Marken Audi und BMW verschoben worden sein.

Die Gruppierung nutzte laut Staatsanwaltschaft für ihre kriminellen Machenschaften neben Fälschungen allerdings auch echte amtliche Dokumente, die sie aus Behörden stahlen. So soll die Bande im August 2008 mehrere Tausend Blanko-Dokumente aus einer Ausländerbehörde im süddeutschen Raum gestohlen und nach der Verfälschung zu einem Stückpreis von bis zu 1.500 EUR veräußert haben.

Die Ermittlungen dauern an. In der Organisierten Kriminalität in Berlin spielen Täter aus Nordafrika, insbesondere aus Kamerun seit Jahren eine dominierende Rolle im Bereich Fälschungskriminalität. Diese Täter arbeiten in der Regel für unterschiedliche Banden wie Autoschieber oder auch Menschenhändler.