Wildtiere

CDU gegen Jagd auf Wildschweine

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Nicht anfassen und nicht füttern – so lautet der Rat von Wildtierexperten, wenn Wildschweinen in Berliner Vorgärten eindringen. Noch vor kurzem hatte die CDU eine verstärkte Jagd auf die dreisten Schwarzkittel gefordert. Doch nun rudert die Partei zurück: Sie fordert Zäune statt Abschuss.

So wenig Jagd wie nötig und so viel Aufklärung wie möglich. Das kennzeichnet die Haltung der CDU Steglitz-Zehlendorf nach der jüngsten Info-Veranstaltung zu Wildschweinen. Noch im Sommer hatte die Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung gefordert, das Bezirksamt solle in Abstimmung mit Polizei und Forsten eine Wildschweinjagd im Heinrich-Laehr-Park koordinieren.

Die Begründung lautete, dass der Park ein „sicheres Ruckzugsgebiet der Wildschweine“ sei. „Daher zieht der Park immer mehr Wildschweine an, wodurch es immer häufiger zu gefährlichen Begegnungen von Wildschweinen mit den Anwohnern, Besuchern und deren Haustieren kommt.“ Nur eine gezielte, abgestimmte Jagd könne diese Situation verbessern, so die Formulierung.

Doch von der Position rücken CDU-Mitglieder nun ab. „Wir haben gelernt, dass wir mit den Tieren leben müssen, auch wenn mir persönlich – immer noch – weniger Wildschweine im Stadtgebiet lieber wären“, sagte der Bezirksverordnete Frank Mückisch, einer der drei Gastgeber der Informationsrunde.

Den Umschwung bewirkt hatten der Jagdreferent der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Derk Ehlert, und wohl auch das entspannte Publikum.

Der Einladung zu Vortrag und Meinungsaustausch waren 70 Zehlendorfer gefolgt, die Fragen zur Umgang mit Wildtieren und ihrer Abschreckung stellten. Mückisch resümierte nach Ehlerts Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Verhalten der Wildtiere: „Wir alle sollten uns auf die Tiere einstellen – Jagd im Stadtgebiet ist möglich, aber immer eine große Gefahrenquelle für Anwohner.“ Vielmehr sollten Eigentum und öffentliche Güter besser geschützt werden.

Um einen hohen und tief im Boden verankerten Zaun kommen offensichtlich weder Eigentümer noch Wildschweine herum. Ehlert verwies auf den Fachhandel, der Bodengitter anbiete, die Huftiere am Betreten hindern – und wiederholte das Mantra der Wildtierkenner: „Nicht anfassen, nicht füttern!“

( tal )