Tierschutz

540 Hunde wurden Berliner Haltern weggenommen

Immer wieder sind Berliner Hundehalter mit ihren Tieren überfordert, manche provozieren aber auch mit Absicht ein aggressives Verhalten ihrer Hunde. Im vergangenen Jahr mussten in der Stadt in mehr als 500 Fällen Hundehaltern ihre Tiere weggenommen werden. Die meisten Fälle gab es in Neukölln, Spandau, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte.

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In Berlin wurden im vergangenen Jahr 540 Hunde sichergestellt. Gründe waren unter anderem Verstöße der Halter gegen den Tierschutz, deren fehlende Zuverlässigkeit beim Umgang mit den Tieren oder ein aggressives Verhalten der Hunde, wie der Staatssekretär in der Gesundheitsverwaltung, Benjamin-Immanuel Hoff, auf eine parlamentarische Anfrage mitteilte. In 45 Fällen waren Festnahmen der Tierhalter die Ursache für den Einzug der Tiere, in 99 Fällen Krankenhauseinweisungen und 30 Mal Todesfälle der Besitzer.

Die meisten Hunde wurden in Neukölln, Spandau, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte sichergestellt. Die Maßnahmen erfolgten nach Angaben Hoffs vor allem durch die zuständigen Ordnungsbehörden der Bezirke, bei Strafsachen, wo Hunde als Tatwaffe eingesetzt werden, durch die Staats- oder Amtsanwaltschaft und die Polizei. Von den 540 Hunden wurden 324 von den Tierhaltern wieder abgeholt oder dem Besitzer zurückgegeben. Mehr als 200 Tiere wurden dem Tierheim zur Weitervermittlung übergeben, elf getötet oder sie verstarben.

Für die Unterbringung eines Hundes werden gemäß Gebührenordnung 17,38 Euro pro Tag angesetzt. Das Bezirksamt Lichtenberg zahlte als zuständige Behörde für diese Aufgabe 2007 rund 173 000 Euro für die Unterbringung von sichergestellten oder beschlagnahmten Hunden in der Tiersammelstelle an den Vertragspartner Tierschutzverein Berlin, der das Berliner Tierheim betreibt.

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