Bildung

Berliner Schulbeirat will Gymnasien abschaffen

Bildungssenator Zöllner will Real-, Haupt- und Gesamtschulen abschaffen und zu einer Schulform zusammenlegen. Der Landesschulbeirat geht jetzt noch einen Schritt weiter. Das Gremium von Lehrern, Eltern und Schülern stellt auch die Gymnasien infrage.

Der Landesschulbeirat spricht sich für eine Abschaffung der Gymnasien aus. Stattdessen sollen die Schüler bis zur neunten oder zehnten Klasse gemeinsam lernen und anschließend die Hochschulreife oder eine Berufsausbildung im dualen System machen, heißt es in dem Diskussionspapier des Gremiums von Lehrern, Eltern und Schülern. Die durchschnittliche Zeit bis zum Mittleren Schulabschluss sollte neun Jahre betragen. Außerdem sollen die Schüler von der ersten bis zur 12. Klasse in jahrgangsübergreifenden Blöcken unterrichtet werden.

Das Konzept geht weit über den Vorschlag von Bildungssenator Jürgen Zöllner zur Schulstruktur hinaus. Zöllner will die Gymnasien erhalten und Realschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen in sogenannten Regionalschulen zusammenfassen. Auch in der frühkindlichen Bildung geht das Modell des Landesschulbeirates einen Schritt weiter als Zöllners. Statt eines verbindlichen Vorschuljahres sollen die Kinder zwei Jahre verbindlich in der Kita auf die Schule vorbereitet werden. Die Schulpflicht würde damit schon auf das vierte Lebensjahr vorgezogen werden.

Der Vorsitzende des Landeselternausschusses, André Schindler, wies die Vorschläge des Schulbeirates aufs schärfste zurück. Die Berliner Gymnasien seien unverzichtbarer Bestandteil der Bildungslandschaft. Die Pläne würden den Willen der Berliner Eltern in keinster Weise widerspiegeln.

( flo )