Konzert in der O2 World

Bushido rief – 10.000 kamen und feierten ihn

Gerade ist seine Biografie zum Bestseller geworden und die Tour abgesagt, da stand Bushido wieder auf der Bühne. Vor 10.000 Konzertbesuchern spielte er in der O2 World. Seine Fans feierten ihn, ganz wie er es wollte. Der Berliner Rapper hatte die Menge im Griff, teilte verbale Tiefschläge an seine Konkurrenten aus – und bewies, dass er ein großer Star ist.

Seine Show beginnt mit einem lauten Knall. Und immer wieder: Erschrockene Blicke, kreischende Teenies, grölende Halbstarke. Bushido, Deutschlands erfolgreichster Rapper hat gerufen und alle sind sie in die O2-World-Arena in Berlin gekommen. Familienväter mit Nachwuchs, Mädchenbanden, Proleten, Anzugträger und ganze Schulklassen. Kein anderer deutscher Rapper schafft es, über 10.000 Fans zu mobilisieren – und das mitten in der Woche. „Die schönsten Menschen in der geilsten Stadt der Welt“, so Bushido.

Bushido, alias Anis Mohamed Youssef Ferchichi, weiß das sehr genau. Sein Konzert kostete nichts für seine Fans. Karten gab es nur im Media-Markt, bei einem Radio-Gewinnspiel oder an der Abendkasse. Und wer die haben wollte, musste früh das ein. Ein perfektes Marketingkonzept, um sein achtes Soloalbum „Heavy Metal Payback“ publik zu machen. Seine kürzlich erschienene Biografie schien da nur der Auftakt zu sein. Ganz dem Titel seines aktuellen Albums entsprechend, war wirklich Zahltag in der O2-World.

Allerdings nur für Bushidos Gegner. Die Aggro-Berlin-Rapper Fler, Sido und B-Tight mussten mehr als einen verbalen Tiefschlag hinnehmen, der Madison-Sqaure-Garden sei bestimmt viel leiser und selbst Außerirdische können gar nicht cooler sein, als Bushido und sein Anhang. Und der feierte ihn artig und beständig. Erhobene Hände für 90 Minuten, Bushido brauchte nur zu befehlen, der Mob tat, was er sagte. Brüllen, Aufstehen, Feuerzeuge an, ruhig sein. Den ganzen Abend Songs vom neuen Album, bekannte Hits und dumme Witze.

Das Parkett der O2-World-Arena erinnerte an HipHop-Festivals, wenn US-Rapgrößen auftreten. Und selbst an ihnen ließ die Ein-Mann-Armee kein gutes Haar. 50 Cent muss sich in Acht nehmen.

Dabei geht Bushido genau den Weg eines typischen US-Rappers: vom Bordstein zur Skyline. Im letzten Jahr vor 3000 Fans in der Columbiahalle, heute vor 10.000. Diese verabschiedete er mit einer furiosen Bühnen-Show in die Nacht. So viel Nebel, Rauch, Fontänen, Feuerwerk und visuelle Effekte nutzen und verdienen nur die ganz großen Stars. Bushido ist ganz sicher einer von ihnen – auch wenn er weiterhin polarisiert.

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