Ahmadiyya-Gemeinde

NPD sagt Aufmarsch gegen Moschee ab

Am Donnerstag ist es so weit, dann wird die erste Moschee in Ostberlin eröffnet. 500 Menschen werden gegen die Ideen der Ahmadiyya-Gemeinde demonstrieren, doch die rechtsextreme NPD hat ihre Protestaktion abgesagt. Ein breites Bündnis für Toleranz wird an dem Tag ebenfalls aktiv sein.

Die bevorstehende Eröffnung der Moschee in Heinersdorf sorgt nicht nur bei den Bauarbeitern und bei der Ahmadiyya-Gemeinde für Anspannung. Auch die Parteien und Vereine in Pankow bereiten ihren Auftritt am 16. Oktober vor. Die NPD hat indes ihre Demonstration abgesagt. Diese war für 50 Teilnehmer angemeldet. Gründe für die Absage seien nicht bekannt, sagte ein Polizeisprecher.

„Die Absage ist positiv“, sagt der Pankower Grünen-Abgeordnete Andreas Otto. Allerdings befürchte er, dass sich die NPD-Anhänger der Demonstration der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPAHB) anschließen werden. Sie ist ab 18 Uhr für 500 Teilnehmer angemeldet und soll an der Prenzlauer Promenade Ecke Granitzstraße stattfinden. Die Erziehungswissenschaftlerin Hiltrud Schröter ist als Hauptrednerin angekündigt.

Ein buntes Band für Vielfalt und Toleranz und gegen Ausgrenzung wollen die Zukunftswerkstatt Heinersdorf und die Initiative „Wir sind Pankow“ knüpfen. Es solle sich durch die Straßen von Heinersdorf ziehen, kündigt Irene Beyer an, die das Vorhaben koordiniert. Es ist für 500 Teilnehmer angemeldet. Es handele sich nicht um eine Veranstaltung für die Moschee, sondern gegen Ausgrenzung und populistische Stimmungsmache. „Wir sind erleichtert über die Absage der NPD-Demonstration“, sagt auch Irene Beyer. „Aber an unserer Initiative ändert das nichts.“

Das Bezirksamt Pankow und die Bezirksverbände von SPD, Linken, Grünen, CDU und FDP unterstützen dieses Vorhaben. „Pankow ist nicht mit der IPAHB zu identifizieren“, sagt BVV-Vorsteher Burkhard Kleinert (Linke). Es müsse möglich sein, Religion frei auszuüben.

„Wir haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren eine heftige Auseinandersetzung in Pankow geführt“, resümiert Bürgermeister Matthias Köhne (SPD). „Es war ein Lernprozess für viele.“ Nicht die Ahmadiyya-Gemeinde bedrohe den Frieden im Bezirk, sondern der Umgang mit ihr. „Es ist erschreckend, dass der Protest der Interessengemeinschaft gegen die Moschee auf fruchtbaren Boden fällt“, sagt Köhne. Er hoffe, dass die Demonstration der IPAHB „ein letztes Aufbäumen“ gegen die Existenz des muslimischen Gotteshauses sei. Bürgermeister Köhne wird bei der Eröffnung der Moschee sprechen. Auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) ist als Redner angekündigt.

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