BVG

Busfahrer bespuckt – Fahrgäste helfen Angreifer

Zwei verletzte Wachmänner, ein entsetzer Fahrer, aufgeschlitzte Polster und zahlreiche zerstörte Fensterscheiben. Das ist die Bilanz der Berliner Verkehrsbetriebe vom Freitag. Jugendliche randalierten in einer Tram, ein junger Mann bespuckte einen Busfahrer. Als Wachmänner ihm halfen, griffen auch Fahrgäste ein – auf Seiten des Angreifers.

Am Freitag und Sonnaben ist es innerhalb weniger Stunden erneut zu mehreren Übergriffen auf Fahrzeuge der BVG und einen Busfahrere gekommen, wie die Polizei mitteilte. Gegen 15.30 Uhr gerieten am Freitag an der Haltestelle S-Bahnhof Sonnenallee in Neukölln ein 54-jähriger Busfahrer und ein 22-Jähriger in einen Streit, weil der junge Mann beim Einsteigen keinen gültigen Fahrausweis vorzeigen konnte. Als der Fahrgast dem Fahrer ins Gesicht spuckte, kamen zwei im Bus anwesende Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma zu Hilfe. Die beiden 34 und 51 Jahre alten Männer drängten den 22-Jährigen aus dem Wagen. Drei weitere Fahrgäste attackierten nun die Helfer. Noch bevor die alarmierte Polizei eintraf, flüchteten die Männer sowie der 22-Jährige. Dieser konnte jedoch in der Nähe aufgegriffen werden. Nach einer Personalienfeststellung wurde er entlassen. Die beiden Wachmänner wurden leicht verletzt und am Ort behandelt. Der Busfahrer beendete seinen Dienst.

Gegen 20 Uhr zogen dann unbekannte Jugendliche die Notbremse einer Straßenbahn in Marzahn. Der 38-jährige Fahrer der Linie M8 erreichte gerade die Endhaltestelle in der Schorfheidestraße und sah die etwa sechs Jugendlichen aus dem hinteren Wagen flüchten. Bei einem Kontrollgang stellte er eine eingeschlagene Seiten- und die zerstörte Heckscheibe sowie ein aufgeschlitztes Sitzpolster fest.

Etwa eine Stunde später stiegen rund zehn Jugendliche an der Haltestelle Wuhletal in den hinteren Wagen der gleichen Tramlinie. Als sie eine Station später fluchtartig die Bahn verließen, stellte der 43-jährige Fahrer 13 Scheiben fest, die entweder herausgeschlagen oder erheblich beschädigt worden waren. Zudem wurde ein Nothammer gestohlen.

Ob es sich in den beiden Fällen um die gleichen Jugendlichen handelte, ermittelt nun die Kriminalpolizei.