Wohnen

In Neukölln muss man steigenden Miete nicht fürchten

In Neukölln treffen alte Arbeitermietshäuser mit ihren typischen Hinterhöfen auf moderne Stadtbauprojekte. Es war nie eine Reiche-Leute-Gegend, dafür aber ist es bunt, mit Menschen aus rund 160 verschiedenen Nationen.

Nach Einschätzung des "Plötz Immobilienführers" ist die Wohnlage in Neukölln (Nord) durchgehend "einfach" - gleich, ob rund um den Hermannplatz, im Rollbergviertel (70er-Jahre), in den 30er-Jahre-Wohnhäusern am Schulenburg-Park oder im alten Böhmischen Dorf (Plötz: "idyllisch"). Dennoch sind die Wohnunterschiede gewaltig. Beispiel High-Deck-Siedlung, zwischen 1975 und 1984 erbaut. Typisch sind die Fußgänger-Brücken, nach denen das Quartier benannt ist. Dort übernahm die Wohnungsgesellschaft Capricornus im vergangenen Jahr 1900 von 2400 Wohnungen, investiert seitdem 35 Millionen Euro in die Sanierung. Die Kaltmiete liegt dort im Schnitt bei 5 Euro pro Quadratmeter, die Wohnungsgröße bei 65 Quadratmetern. In den Altbauquartieren (etwa Flughafenstraße, Richardstraße) werden Wohnungen ähnlicher Größe schon für Quadratmeterpreise von 3,60 Euro (kalt) angeboten.

Die große Angst der Alteingesessenen: Dass durch neue In-Viertel wie im Reuterkiez die Mieten in Neukölln für viele bald unbezahlbar werden.

Noch sind die Sorgen wohl unbegründet. Ergin Iyilikci (35), Sprecher des Internetportals "immobilienscout24.de": "Wir haben unsere Datenbanken ausgewertet und eine ganz andere Tendenz gefunden: Die Mieten sinken, teilweise um mehr als zehn Prozent. Nur die Kaufpreise sind leicht angestiegen - aber noch auf sehr niedrigem Niveau."