Öffentlicher Dienst Berlin

5000 Lehrer wollen ab 13. Oktober streiken

In den Bürgerämter soll der Streik von morgen bis Montag unterbrochen werden, andernorts im öffentlichen Dienst, etwa in den Bußgeldstellen, wird durchgehend gestreikt – und nun kommen auch noch die 5000 angestellten Lehrer hinzu. Sie votierten in einer Urabstimmung für Streik. Ab 13. Oktober wollen sie die Arbeit niederlegen.

Der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst Berlins wird ausgeweitet. In der zweiwöchigen Urabstimmung unter angestellten Lehrern haben fast 92 Prozent für einen Streik votiert, teilt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch mit. Zur Durchsetzung ihrer Forderungen wollen die Lehrer gegebenenfalls in einen unbefristeten Ausstand treten. An den Berliner Schulen gibt es rund 5000 angestellte Lehrkräfte.

Das Ergebnis der am Dienstag zu Ende gegangenen Urabstimmung zeige, dass sich die Lehrer wie die anderen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes „nicht mit einem Almosen abspeisen lassen“, sagte GEW-Landeschefin Rose-Marie Seggelke. Im Vergleich zu anderen Lehrkräften erhielten die Berliner eine „miese Bezahlung“. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) müsse sich fragen lassen, wie er überhaupt noch junge Lehrer für Berlin gewinnen wolle.

Die angestellten Lehrer waren laut Gewerkschaft bislang die einzige Gruppe im öffentlichen Dienst, bei der noch keine Urabstimmung durchgeführt wurde. Im Tarifkonflikt um höhere Löhne und Gehälter für die Landesbediensteten haben sie sich bislang lediglich an Warnstreiks beteiligen. Nach Abschluss des sogenannten Überleitungstarifvertrages sei die Urabstimmung nun nachgeholt worden, sagte ein GEW-Sprecher. Erstmals in einen längeren Ausstand treten wollen die angestellten Lehrkräfte vom 13. bis zum 16. Oktober. Am 20. Oktober beginnen die Herbstferien. Von dem viertägigen Streik soll der gesamte öffentliche Dienst betroffen sein.

Donnerstag beenden die Mitarbeiter der Bürgerämter in den Bezirken vorübergehend ihren Streik. Er soll am Montag fortgesetzt werden. Weiter unbefristet im Ausstand sind nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Ordnungsämter, die Bußgeldstelle der Polizei und Besatzungen der Radarwagen.