Übergriff

Holocaust-Mahnmal mit Hakenkreuzen beschmiert

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Wachschützer entdeckten die Hakenkreuze an mehreren Beton-Stelen des Berliner Mahnmals für die ermordeten Juden Europas. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Erst vor wenigen Tagen war das Denkmal für die in der Nazi-Zeit verfolgten Juden geschändet worden.

Das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin-Mitte ist mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Wachschützer bemerkten die Schmierereien nach Angaben der Polizei am Samstag.

An sieben Stelen seien insgesamt elf Hakenkreuze in roter und schwarzer Farbe angebracht worden. Die Schmierereien waren zwischen 20 und 60 Zentimetern groß. Der Staatsschutz ermittelt.

Das Holocaust-Mahnmal war in der Vergangenheit bereits mehrfach durch ähnliche Attacken geschändet worden.

Erst vor einer Woche war das Mahnmal für verfolgte Homosexuelle in der NS-Zeit am Berliner Tiergarten beschädigt worden. Ein Sichtfenster der Betonstele, durch das eine Kuss-Szene zweier Männer zu erkennen ist, wurde zerschlagen, außerdem ein Bauzaun umgeworfen. Der Vorfall hatte Kritik und Entsetzen ausgelöst.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Sachbeschädigungen mit antisemitischem Hintergrund in Berlin jedoch deutlich gesunken. Das geht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Clara Herrmann hervor. Waren 2005 noch 119 derartige Sachbeschädigungen gemeldet worden, waren es 2006 mit 27 deutlich weniger. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei 18 Taten registriert.

( dpa/mim/pol )