Interview mit Detlev Kornett

Die Arena wird das Stadtviertel beleben

Detlef Kornett ist der Europa-Chef der Anschutz Entertainment Group (AEG). Das Unternehmen des deutschstämmigen amerikanischen Multimilliardärs Philip F. Anschutz ist der weltweit größte Eigentümer von Sportklubs und Veranstaltungshallen. Die Arena soll 165 Millionen Euro gekostet haben. Mit Kornett sprach Isabell Jürgens.

Morgenpost Online: Wird Phil Anschutz zur Eröffnungsfeier seiner Arena kommen?

Detlef Kornett: Das wissen wir nicht genau. Aus einer Vielzahl von Gründen hält er seine Reisepläne stets geheim. Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch. Zur Eröffnung von „The 02“ in London vor zwei Jahren ist er auch gekommen.

Morgenpost Online: Hat denn der Boss die Arena während der Bauphase schon mal besucht?

Detlef Kornett: Ja, er war jedes Jahr drei bis vier Mal in Berlin und mit sichtbarem Baufortschritt wurde er immer zufriedener. Schon vor dem Kauf des Geländes hatte er sich hier ganz genau umgeschaut. Wir sind zusammen durch die leer stehenden Lagerhallen des alten Güterbahnhofs gegangen, sogar auf den Turm eines alten Betonmischwerks geklettert. Er war genau wie ich begeistert von der Lage nur fünf Kilometer vom Alexanderplatz entfernt.

Morgenpost Online: Welche Prominenten erwarten Sie zur Eröffnung?

Detlef Kornett: Es kommen unter anderem der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, Wirtschaftssenator Harald Wolf, die Botschafter der USA und Russlands, William Timken und Wladimir Kotonev, Wladimir Klitschko, Isa von Hardenberg und Jan Josef Liefers.

Morgenpost Online: Haben Sie schon alle 1500 Mitarbeiter beisammen?

Detlef Kornett: Nein, wir haben aber bereits so viele Kollegen, wie wir für die Anfangsphase brauchen. Ich kann Ihnen im Moment gar nicht sagen, wie viele das sind, weil die meisten Dienstleistungen an Partnerunternehmen vergeben wurden. So hat allein Gast Art, die für das Catering zuständig sind, 135 Mitarbeiter eingestellt. Es gibt weitere Firmen, wie etwa Best oder Alba, die Sicherheit und Gebäudemanagement übernommen haben. Bis November wird sich herauskristallisiert haben, wie viele Menschen rund um die Arena insgesamt beschäftigt sind.

Morgenpost Online: Üben die Mitarbeiter bereits den schnellen Bodenwechsel?

Detlef Kornett: Ja, das wird intensiv geübt, wir haben eine Vielzahl von Tests, die schnelle Umbauten und Reinigungen zum Inhalt haben. Das „Operation Team“ hat schon vor zwei Wochen seine Räumlichkeiten in der Arena bezogen, obwohl es da noch ganz schön nach Baustelle aussah….

Morgenpost Online: Reichen die beiden Ankermieter Eisbären und Alba Berlin, um eine so große Halle zu füllen?

Detlef Kornett: Davon bin ich überzeugt. Wir werden beweisen, dass unser Programm so vielfältig und zugkräftig ist, dass genügend Tickets verkauft werden. Wir werden ganz genau analysieren, was auf dem Berliner Markt gut läuft und was nicht und uns danach richten.

Morgenpost Online: Wie viele der Luxus-Suiten sind denn schon vermietet?

Detlef Kornett: Zehn von den insgesamt 59 Suiten sind noch frei. Wir haben aber bereits eine Reihe von Vorreservierungen. Zum Auftakt werden wir für alle Nutzungsverträge abgeschlossen haben. Und da diese eine durchschnittliche Laufzeit von 4,9 Jahren haben, heißt das, wer jetzt keine Loge hat, kommt in den nächsten fünf Jahren auch nicht mehr rein.

Morgenpost Online: Die Arena steht, das Programm für die nächsten Monate auch, Mieter sind gefunden. Was machen Sie als nächstes?

Detlef Kornett: Ganz ehrlich, darüber denke ich noch nicht nach. Im Umfeld der Arena ist noch viel zu tun, da entsteht noch ein ganzes Stadtviertel mit Wohnungen, Geschäften, Theater- und Bürohäusern. Aber im Moment gilt meine ganze Aufmerksamkeit der Eröffnung. Ich glaube auch nicht, dass ich so schnell an Langeweile leiden werde. Zumal wir ja im Oktober, vorausgesetzt, alles läuft wie geplant, die Arena „Globen“ in Stockholm übernehmen werden….