Neukölln

Randale aus Protest gegen NPD-Veranstaltung

Die NPD tagt heute in der Volkshochschule in Neukölln. Die Grünen rufen zu einer Gegendemonstration auf. Doch einigen ist das offenbar nicht genug. In der Nacht wurde der Haupteingang einer Schule zerstört und das Haus von Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) mit Farbe beworfen. Beide Taten sollen in Zusammenhang mit der NPD-Veranstaltung stehen.

Offensichtlich aus Protest gegen eine heute stattfindende NPD-Veranstaltung haben unbekannte Täter in der vergangenen Nacht in Neukölln Sachbeschädigungen verübt. Gegen 24 Uhr wurde eine Scheibe des Haupteingangs einer Schule in der Boddinstraße durch einen Aschenbecherwurf zerstört. Am Gebäude und in der Umgebung entdeckte die Polizei angeklebte Zettel und Farbschmierereien, die sich inhaltlich gegen die genannte Veranstaltung richteten.

Außerdem warfen Unbekannte in der Nacht zum Freitag mehrere mit Farbe gefüllte Flaschen gegen das Haus von Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) in Rudow. Buschkowsky zeigte das Geschehen selbst der Polizei an. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler steht auch dieser Anschlag in Zusammenhang mit der für heute geplanten NPD-Veranstaltung in der Neuköllner Otto-Suhr-Volkshochschule in der Boddinstraße.

Die NPD sitzt in Neukölln in der BVV und hat nach Angaben des Bezirks einen Rechtsanspruch auf die Nutzung der Räume. Die rechtsextreme Partei versucht immer wieder, durch die Nutzung kommunaler Räume Aufmerksamkeit zu erregen.

Die Grünen haben zu Protesten gegen eine Veranstaltung der rechtsextremistischen NPD in Neukölln auf. Es gelte, "keinen Platz für Nazis" zu lassen, sagten die Grünen-Landesvorsitzenden Irma Franke-Dressler und Stefan Gelbhaar. Die Grünen wollen gemeinsam mit weiteren Initiativen ihre Protestaktion gegen 17 Uhr an der Ecke Hermann-/Boddinstraße starten. Nach Angaben eines Polizeisprechers werden dazu rund 200 Teilnehmer erwartet. Zudem sei ein weiterer Aufzug unter dem Motto "Gegen die NPD-Veranstaltung" mit rund 70 Demonstranten angemeldet.

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