Vor dem Start

Berlin sucht für das neue Schuljahr Lehrer

Die Schüler werden weniger, die Lehrer mehr – und trotzdem fehlen in Berlin Pädagogen. Das ist der Ausblick auf das neue Schuljahr, das am Montag beginnt. Gesucht werden vor allem Fachkräfte für Latein, Mathematik und Physik – und Lehrer nichtdeutscher Herkunft.

Foto: ZB / DPA

Das neue Schuljahr beginnt für Berlin mit sinkenden Schülerzahlen. Wie Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sagte, liege die Zahl der angemeldeten Schüler für das Schuljahr 2008/2009 mit rund 323.000 Schülern um rund 1,8 Prozent niedriger als 2007/2008. Demgegenüber stünden den Schulen ab Herbst 326 Lehrer zusätzlich zur Verfügung. Allein der Vertretungspool fasse 140 Lehrkräfte.

Laut Zöllner wurden für das neue Schuljahr 816 Neueinstellungen vorgenommen. Trotz fehlendem Beamtenstatus bei jungen Lehrkräften habe Berlin kein Problem damit, genügend Lehrer zu gewinnen. Nach wie vor seien genügend Bewerber da, die „auch von anderen Ländern mit Kusshand genommen worden wären“, sagte der Senator.

An den Schulen sind Zöllner zufolge zwar alle Stellen besetzt, nicht jedoch alle Fächer. Vor allem bei sogenannten Mangelfächern wie Latein gebe es Lücken. Der Leiter für die operative Schulaufsicht, Eberhard Laube, sagte, für Fächer wie Mathematik, Physik und spezielle Sprachkombinationen hätten nicht ausreichend Fachkräfte gefunden werden können. Insgesamt unterrichten in Berlin 29.500 Lehrer.

Nach Angaben des Schulsenators bestehe weiterhin ein starker Bedarf an Lehrern nichtdeutscher Herkunft. Da das Land aber dafür notwendige Spezialstipendien nicht ausreichen könne, seien hier einschlägige Stiftungen gefragt. Demgegenüber stelle das Land Mittel für die im September beginnende vorschulische Sprachförderung für Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen zur Verfügung. Wegen zunehmender Sprachprobleme in laut Zöllner „bildungsfernen deutschen Familien“ und in Zuwandererfamilien würden entsprechende Schul-Förderstellen um 109 auf insgesamt 1196 aufgestockt.