Bronzestatuen

Preußische Generäle kehren nach Mitte zurück

Berlins historische Mitte putzt sich nach und nach heraus – und das nach historischem Stadtbild. So lässt die Schadow Gesellschaft Berlin vier bronzene Statuen restaurieren. Die Standbilder der Feldherren von Schwerin, von Winterfeldt, von Seydlitz und von Keith werden den Zietenplatz komplettieren.

Foto: Schadow Gesellschaft

Nachdem bereits im April das Areal der Mittelinsel der Mohrenstraße zwischen Wilhelm- sowie Mauer- und Glinkastraße wieder auf den ursprünglichen Namen Ziethenplatz getauft wurde, sollen bald vier Standbilder preußischer Generäle aufgestellt werden. Nach Plänen der Schadow-Gesellschaft und des Landesdenkmalamtes Berlin wäre dann das Standbild-Ensemble für den Platz komplett, denn die Statuen vom „alten Dessauer“ und des Husarengenerals „von Zieten“ stehen bereits wieder an ursprünglicher Stelle auf der U-Bahninsel Mohrenstraße.

Mit einem Kraftakt versucht die Schadow Gesellschaft Berlin im Moment das nötige Geld zur Restaurierung der alten Statuen aufzubringen. „Es sieht gut aus“, freut sich der Geschäftsführer Klaus Gehrmann, „220.000 Euro haben allein drei Sponsoren gestiftet“. Nun fehlen noch rund 30.000 Euro.

„Die schaffen wir auch“, sagt der Schadow-Geschäftsführer. Inzwischen wurden bereits die Original-Standbilder der Feldherren Christoph Graf von Schwerin, Hans Karl von Winterfeldt, Friedrich Wilhelm von Seydlitz und Jakob von Keith vom Depot des Landesdenkmalamtes in Friedrichsfelde zur Bildgießerei Kraas nach Kreuzberg gebracht. Hier werden die Feldherren aus Bronze wieder auf Hochglanz gebracht. Genau 63 Jahre mussten die Kunstschätze in einer Lagerhalle auf die Erweckung warten.

Zietenplatz wird wieder zu einem Schmuckstück

Voller Vorfreude ist auch der stellvertretende Leiter der Berliner Denkmalbehörde, Klaus von Krosigk. Er ist seit Jahren die „Antriebsfeder“ zur Wiederherstellung historischer, städtebaulicher Kunst. So war er führend daran beteiligt, dass der Zietenplatz nach Jahren als heruntergekommene Brache wieder zu einem Schmuckstück wurde.

Die zuständige Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte 2005 mit entsprechenden Zusagen dafür gesorgt, dass das Gelände zwischen der Landesvertretung von Thüringen und der nordkoreanischen Botschaft in der Mohrenstraße ab 2006 saniert wurde. So wurde das Areal bis zu diesem April zum attraktiven Stadtplatz umgestaltet und mit einer Feierstunde im Frühjahr unter Klängen preußischer Marschmusik freigegeben.

„Die historischen Vorlagen waren bei der Neugestaltung des Platzes ausschlaggebend“, erklärt Klaus von Krosigk. So konnte die ursprüngliche, städtebauliche Achse vom Hausvogteiplatz über den Gendarmenmarkt bis zum Wilhelmplatz wieder hergestellt werden. Die Kosten betrugen rund 1,5 Millionen Euro.

Feldherren sind ein willkommenes Fotomotiv

Neben der Senatsbauverwaltung trug die Schadow Gesellschaft einen wesentlichen Anteil an der Verwirklichung der Pläne des Landesdenkmalamtes. So wurden bereits in den letzten drei Jahren die historischen Standbilder der preußischen Generäle Hans-Joachim von Ziethen (1699-1786) und Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676-1747) auf dem Platz aufgestellt. Die Finanzierung hatte die Schadow-Gesellschaft übernommen. Besonders bei den zahlreichen Berlin-Touristen sind inzwischen die beiden Feldherren ein willkommenes Fotomotiv.

Nach Auskunft von Klaus Gehrmann sollen die vier fehlenden Generäle mit einem Festakt im September 2009 aufgestellt werden. „Uns liegen bereits sämtliche Genehmigungen vor. Weder der Senat noch der Bezirk hatten Einwände. Im Gegenteil.“ Auch die Touristik-Unternehmen wollen den Ziethenplatz als „unbedingten Anlaufpunkt“ in ihren Reisekatalogen aufnehmen, heißt es.

Der einstige Exerzierplatz wurde im Jahre 1849 nach dem preußischen General von Zieten benannt. Zu DDR-Zeiten hieß er Ernst-Thälmann-Platz.

Spendenkonto der Schadow Gesellschaft Berlin: Berliner Sparkasse, Kt. 607000337, BLZ: 10050000, Stichwort „Vier Standbilder auf dem Ziethenplatz“.

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