Umbenennung

Berliner Wertheim-Kaufhäuser heißen künftig Karstadt

Eine Ära geht zu Ende - der traditionsreiche Name Wertheim wird in Berlin verschwinden. Die beiden Häuser am Kurfürstendamm und in Steglitz werden in Karstadt umbenannt. Der Arcandor-Konzern, dem die Filialen gehören, steht finanziell unter Druck: Mit der Umbenennung sollen Werbekosten gespart werden.

Foto: ilona Studre / Studre

Die Marke Wertheim, die einst das berühmteste Warenhaus Europas schmückte, wird vom Warenhauskonzern Karstadt aufgegeben werden.

Die beiden Berliner Wertheim-Kaufhäuser am Kurfürstendamm und in Steglitz, die aus dem einstigen Kaufhausreich übrig geblieben sind, werden künftig Karstadt heißen, sagte Arcandor-Konzernsprecher Jörg Howe Morgenpost Online. "Der Name Wertheim verschwindet", sagte Howe. Das KaDeWe dagegen wird nicht umbenannt.

Die Wertheim-Dynastie begann vor 133 Jahren mit der Gründung des ersten Kaufhauses in Stralsund. In den 1980er-Jahren wurden die Wertheimhäuser von Karstadt übernommen. Mit der Umbenennung will der Arcandor-Konzern, der durch Probleme in seiner Warenhaussparte schwer belastet ist, Geld einsparen. Zwei Millionen Euro habe die Wertheim-Werbung pro Jahr gekostet, sagte Howe, diese Kosten fielen künftig weg.

Mit der Ertragskraft der Berliner Kaufhäuser habe die Entscheidung nichts zu tun. "Mit beiden Häusern sind wir sehr zufrieden", betonte er. Das Wertheim-Haus am Kurfürstendamm wird nach Unternehmensangaben zum 4. Oktober umbenannt, das Steglitzer Haus an der Schloßstraße, das zurzeit umgebaut wird, soll im April 2009 als Karstadt-Haus wieder öffnen. Für die rund 700 Wertheim-Mitarbeiter werde sich nichts ändern, versicherte Howe. Sie hätten schon länger Karstadt-Arbeitsverträge. Der Betriebsrat wollte sich dazu nicht äußern.