Berliner Kinderheim

Erzieher missbraucht Minderjährige

Die Polizei ist einem Fall von sexuellem Missbrauch auf die Spur gekommen. Ein Mitarbeiter eines Heims für betreutes Wohnen in Marzahn soll sich an Minderjährigen vergangen haben. Die Taten liegen acht Jahre zurück. Entdeckt hat die Polizei diesen Fall nur durch einen Zufall.

Ein Erzieher soll mindestens drei Kinder sexuell missbraucht haben. Gegen den 47-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dem Mann wird schwerer sexueller Missbrauch in mindestens sieben Fällen vorgeworfen.

Die Taten haben sich bereits im Jahr 2000 ereignet. Bei den Opfern soll es sich um drei Jungen handeln, die damals elf Jahre alt gewesen sind und in einem Marzahner Wohnheim lebten.

Bei der Einrichtung, die am Hultschiner Damm in Mahlsdorf liegt, handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Arbeiterwohlfahrt AWO.

Wolfgang G., der in dem Heim arbeitete, seit es eröffnet worden war, soll die Jungen unter verschiedenen Vorwänden zu sich nach Hause gelockt haben. Die sexuellen Handlungen, die er dort an seinen minderjährigen Opfern beging, nahm er offenbar auf Video auf.

Aus diesem Grund konnte das Verbrechen jetzt auch aufgedeckt werden: Der Erzieher hatte vor einiger Zeit einem der mittlerweile volljährigen Opfer eine Video-DVD mit nach Hause gegeben. Offenbar hatte er nicht daran gedacht, dass ausgerechnet darauf auch ein Film gespeichert war, der den Missbrauch des Jungen dokumentiert. Die Mutter informierte daraufhin die Heimleitung, die wiederum die Polizei benachrichtigte. Bei der Einrichtung handelt es sich um ein betreutes Wohnprojekt für Kinder und Jugendliche aus Problemfamilien.

Die Kollegen von Wolfgang G. sind entsetzt über die Vorwürfe; sie schätzten ihn als „sehr zuverlässig“ ein. Da die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle bereits acht Jahre zurückliegen, besteht laut Polizei durchaus die Möglichkeit, dass es noch weitere, nicht entdeckte Straftaten gibt.

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.