Großfeuer

Brandstifter setzen Recyclinghof in Flammen

Gleich hinter der Berliner Stadtgrenze geriet am Samstagabend ein Reifenlager in Brand. Die schwarze Rauchsäule war noch im Stadtzentrum zu sehen. Rund 150 Feuerwehrleute kämpften in Altlandsberg bis zum frühen Morgen gegen die Flammen, inzwischen ist das Feuer gelöscht. Als Ursache vermuten die Ermittler Brandstiftung.

Foto: Steffen Pletl

Vermutlich durch Brandstiftung ist in Altlandsberg (Barnim) ein Altreifenlager in Flammen aufgegangen. Ein Zeuge habe dort an der an der Neuenhagener Chaussee nahe der Seebergsiedlung kurz vor Brandausbruch am Samstagabend drei Jugendliche gesehen, sagte ein Polizeisprecher. Nach rund 18 Stunden zogen am Sonntagmittag die letzten Löschmannschaften ab, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Eine Brandwache wird allerdings weiter vor Ort sein, da bei derartigen Bränden stets mit einem Wiederaufflackern einzelner Brandnester gerechnet werden müsse. Wie es hieß, waren auf dem 10.000 Quadratmeter großen Gelände bis zu 30 Löschzüge mit rund 150 Feuerwehrleuten bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz.

Der beim Verbrennen von Reifen entstehende starke Rauch habe die Löscharbeiten behindert, sagte der Sprecher. Die dichte, schwarze Rauchsäule war selbst noch vom Westen Berlins aus zu sehen. Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Messungen zufolge habe jedoch keine Gesundheitsgefahr bestanden. Nach Abschluss der Löscharbeiten sollen Spezialisten der Kriminalpolizei auf dem Gelände Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen.

Als Ursache wird nach ersten Untersuchungen Brandstiftung vermutet, die Kripo Strausberg hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Eine heiße Spur gebe es allerdings noch nicht, sagte ein Polizeisprecher. Ein Zeuge hatte nach Polizeiangaben kurz vor Ausbruch des Brandes auf dem Gelände drei Jugendliche beobachtet. Diesem bislang wichtigsten Hinweis gehe man derzeit intensiv nach, sagte ein Ermittler.

Auf dem Gelände brannten unter anderem Müllreste, Bauschutt, vor allem aber Reifen. Laut Feuerwehr handelt es sich um eine stillgelegte Deponie. Deswegen sei auch nicht klar, was genau außer den Reifen noch in Flammen stand. Feuerwehrmänner waren mit einem Messwagen am Brandort, um mögliche giftige Gase in der Luft aufzuspüren. Aus den umliegenden Ortschaften wurden Feuerwehrleute und Lösch- und Gerätefahrzeugen zusammen gezogen. Meldungen über Verletzte lagen nicht vor.

Der Rauch zog am Abend von Altlandsberg gen Osten. Noch im Umkreis von etwa zehn Kilometern vom Brandort war es zeitweise dunkel wie sonst nur bei einer teilweisen Sonnenfinsternis, während es im übrigen Brandenburg noch hell war. Zudem roch es stark nach verbranntem Gummi.

Zuletzt hatte es im Mai in einem Reifenlager am Adlergestell im Köpenicker Ortsteil Schmöckwitz gebrannt. Die dortige 1000 Quadratmeter große Halle brannte vollständig ab. Warum das Feuer ausbrach, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Kurz zuvor hatte ein Papierlager in Kreuzberg in Flammen gestanden. Der dortige Feuerwehreinsatz dauerte 40 Stunden, die Brandursache ist auch hier noch nicht vollständig geklärt.