Öffentlicher Nahverkehr

Berlin bekommt eine neue S-Bahn

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Der Hauptbahnhof bekommt eine neue S-Bahn-Verbindung. Von 2016 an soll der wichtigste Berliner Fernbahnhof auch in Nord-Süd-Richtung zu erreichen werden. Dann fährt die neue Linie S21 die Station an.

Berlin soll eine neue S-Bahn-Linie bekommen. Mit der S21 wäre der Hauptbahnhof von 2016 an auch in Nord-Süd-Richtung erreichbar. Was bisher nur Planung war, wird nun greifbar. Nach einer Kosten-Nutzen-Studie im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung könnte der Bau der geplanten Strecke bereits im kommenden Jahr beginnen.

Der erste Bauabschnitt zwischen Nordring und Hauptbahnhof soll demnach 2015 fertiggestellt sein, die Südanbindung in Richtung Potsdamer Platz von 2018 an gebaut werden. Die geplante Strecke führt vom Nordring über eine Ostkurve vom Bahnhof Wedding und eine Westkurve vom Bahnhof Westhafen zum Hauptbahnhof.

Die südliche Anbindung ist unterirdisch entlang des Reichstages geplant. Östlich des Parlamentsgebäudes könnte ein S-Bahnhof gebaut werden. In Höhe des Brandenburger Tores stößt die Neubautrasse dann auf den bereits bestehenden Tunnel der Nord-Süd-S-Bahn, dem sie bis zum Potsdamer Platz folgt.

Die Kosten für den Neubau beziffert die Studie je nach Variante auf 317 Millionen Euro ohne den geplanten Halt am Reichtag oder auf 330 Millionen Euro mit der neuen Station.

Allein bezahlen muss Berlin das Vorhaben aber offenbar nicht. In Gesprächen habe der Bund bereits signalisiert, 60 Prozent der Kosten für das Projekt tragen zu wollen, sagte gestern Manuela Damianakis, Sprecherin von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Vom Restbetrag hatte das Land bereits beim Bau des Hauptbahnhofs 57 Millionen Euro investiert, um den Bau der S 21 vorzubereiten.

Die Senatorin zeigte sich erleichtert über das Ergebnis der Studie. „Wir freuen uns, dass nach der Analyse die Planungen sinnvoll und möglich sind“, sagte sie. Bahnsprecher Burkhard Ahlert sieht den Neubau als Chance, die Attraktivität des Hauptbahnhofes weiter zu steigern. Gemeinsam mit der S-Bahn Berlin GmbH hat die Senatsverwaltung bereits ein neues Linienkonzept entwickelt.

Demnach würde die Linie S1 künftig nicht mehr über den Bahnhof Friedrichstraße fahren, sondern am Gesundbrunnen auf den Ring abbiegen und über die Ostkurve zum Hauptbahnhof führen. Die Streckenführung der neuen Linie S21 ist zwischen Potsdamer Platz und Jungfernheide über die Westkurve geplant. Zudem soll die Linie S85 vom künftigen Großflughafen BBI über das Ostkreuz auf den Nordring, über die Ostkurve zum Hauptbahnhof und weiter in Richtung Zehlendorf verkehren.

Bereits jetzt stieß das Vorhaben auf Widerstand. Hauptkritikpunkte: die hohen Kosten und der lange Realisierungszeitraum. Der Fahrgastverband Igeb favorisiert eine Nord-Süd-Erschließung des Hauptbahnhofs durch ein „intelligentes Regionalbahnangebot“. Jenes sei auf den vorhandenen Strecken sofort und kostengünstiger realisierbar.

Auch Claudia Hämmerling, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, sprach sich für eine Nutzung der bestehenden Infrastruktur aus.