Kriegsgerät

Waffen- und Munitionsfund auf Moschee-Baustelle

Auf dem Gelände der Moschee-Baustelle in Pankow wurden Hunderte Schuss deutscher Munition sowie Maschinengewehre und Handgranaten aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Die islamische Gemeinde hatte vor Baubeginn die Einholung der Kampfmittelfreigabe versäumt.

Auf der Baustelle für die erste Moschee im Ostteil Berlins sind zahlreiche Waffen und Munitionsteile aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Wie die Bauleitung der Ahmadiyya-Gemeinde in Pankow-Heinersdorf am Montag sagte, handelt es sich dabei um Maschinengewehre, Helme und Reste von Geschossen. Derzeit wird das Material durch eine private Berliner Munitionsbergungsfirma gesichert.

Das Kriegsgerät war nach Angaben der Gemeinde beim Bau der Gasleitung für die künftige Moschee entdeckt worden. „Der Fund besteht aus hunderten, wenn nicht sogar tausenden Schuss deutscher Infanteriemunition“, sagte Charles Karwiese von der Firma Bohr- und Sprengtechnik A. Alexander. Die Firma wurde nach seinen Angaben von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit Ausgrabung und Registrierung der Funde beauftragt. Laut Karwiese wurden Handgranaten und verrostete Maschinengewehre ausgegraben.

"Die gefundenen Helme stammen wahrscheinlich von russischen Soldaten“, sagte der Experte. Wahrscheinlich sei das gesamte Material nach Kriegsende in einen Bombentrichter geschoben und zugeschüttet worden. Zumindest lege die Auswertung von Luftbildern die frühere Existenz von Bombentrichtern an dieser Stelle nahe. Augenscheinlich habe die islamische Gemeinde vor Baubeginn die Einholung der Kampfmittelfreigabe versäumt.

Karwiese zufolge dauern die Bergungsarbeiten an. Nach Abschluss würden sämtliche Funde von der zuständigen Berliner Polizeistelle übernommen und bei Bedarf auf dem dafür vorgesehenen Sprengplatz im Grunewald unschädlich gemacht.