In der Psychatrie

Datenschützer für Veröffentlichung der Kinski-Akte

| Lesedauer: 2 Minuten

Die Patientenakte des Schauspielers Klaus Kinski durfte veröffentlicht werden. Das jedenfalls meint der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix. Dennoch bleiben die Unterlagen erst einmal unter Verschluss – bis das von Kinskis Witwe angestrebte Strafverfahren beendet ist.

Im Streit um die Veröffentlichung der Patientenakte des Schauspielers Klaus Kinski hat der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix die Herausgabe durch das Landesarchiv verteidigt.

Kinski sei „unzweifelhaft“ eine Person der Zeitgeschichte, weshalb die zehnjährige Schutzfrist für seine Akte bereits 2001 abgelaufen sei, heißt es in einer gemeinsam mit dem Landesarchiv am Dienstag in Berlin verbreiteten Erklärung. „Die Abwägung des postmortalen Persönlichkeitsschutzes mit der Informationsfreiheit sprach für eine Veröffentlichung.“

Gleichzeitig kritisierte Dix die Offenlegung von Angaben über „die Ärztin, die in einer Beziehung zu dem Schauspieler stand“. Vor der Veröffentlichung hätten diese Angaben anonymisiert werden müssen. Da die Witwe von Klaus Kinski inzwischen Strafantrag gestellt hat, werde das Landesarchiv die gesamte Akte jedoch bis zum Abschluss der Ermittlungen unter Verschluss halten, hieß es weiter.

In ihrer Erklärung betonten Landesarchiv und Datenschutzbeauftragter, dass Akten über „Patienten, an denen kein vergleichbares öffentliches Interesse besteht“, auch künftig selbst nach Ablauf der Schutzfristen nicht „in personenbezogener Form“ genutzt werden dürften. Darauf könnten die Patienten vertrauen. Das Landesarchiv habe den Schutz des Patientengeheimnisses sicherzustellen.

Grundsätzlich besteht den Angaben zufolge bei personenbezogenen Unterlagen eine Schutzfrist von zehn Jahren nach dem Tod. Dabei gelte für die Veröffentlichung: „Je länger der Zeitpunkt des Todes einer Person zurückliegt, desto größeres Gewicht kommt dem Recht der Öffentlichkeit auf freien Zugang zu Wissen und Information zu.“ Die Nutzung müsse in jedem Einzelfall vom Landesarchiv genehmigt werden.

In der vergangenen Woche hatte die ehemalige „Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik“ rund 90.000 Akten aus den Jahren 1880 bis 1960 an das Landesarchiv übergeben. Bei der offiziellen Präsentation war neben Akten aus der NS-Zeit auch die Patientenakte des Schauspielers Klaus Kinski (1926-1991) gezeigt worden. Mit der Übergabe an das Archiv sei „die geregelte Nutzung dieser historisch bedeutsamen Unterlagen ermöglicht worden“, hieß es.