64. Jahrestag

Gedenken an die Hitler-Attentäter vom 20. Juli

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: TOB/CVI / REUTERS

Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Verschwörern hatte Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 versucht, Hitler zu töten. Das Attentat scheiterte, der Offizier wurde noch in der Nacht hingerichtet. Und nach ihm viele andere. Mit Kranzniederlegungen und dem öffentlichen Gelöbnis werden die mutigen Männer und Frauen geehrt.

Mit einer Gedenkfeier und einer Kranzniederlegung im Bendlerblock in Berlin hat die Bundesregierung am Sonntag an den 64. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Hitler erinnert. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) nahm dies zum Anlass, sich erneut für ein Verbot der rechtsextremen NPD einzusetzen. „Diese Partei erinnert bewusst und provozierend an die Frühzeit der NSDAP“, sagte sie. Daher sollte der Bundestag erneut darüber nachdenken, diese verfassungsfeindliche Partei verbieten zu lassen.

Ausdrücklich würdigte die Ministerin die Männer des 20. Juli um den früheren Wehrmachtsoffizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Verschwörern hatte er versucht, Hitler zu töten. Das Attentat scheiterte, Stauffenberg wurde noch in der Nacht hingerichtet. Danach waren mehr als 600 Menschen verhaftet worden, es kam zu rund 200 Schauprozessen.

Zum Gedenken an Stauffenberg wurde am Hinrichtungsort im Bendlerblock von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sowie Bundesratspräsident Ole von Beust (CDU) ein Kranz niedergelegt. Für den Berliner Senat nahm Bürgermeister Harald Wolf (Linke) an der Zeremonie teil. Zusammen mit Vertretern der anderen Verfassungsorgane erinnerten sie an den Umsturzversuch. „Für mich sind die Männer des 20. Juli und ihre militärischen und zivilen Mitstreiter Vorbilder über ihren Tod hinaus“, betonte Wieczorek-Zeul.

Am Nachmittag gedachten die Bundesregierung sowie Vertreter von Widerstandskämpfern und Verfolgtenorganisationen in Plötzensee mit Kranzniederlegungen aller Opfer der NS-Gewaltherrschaft. In der ehemaligen Hinrichtungsstätte waren zwischen 1933 und 1945 mehr als 2500 Menschen getötet worden. Zur Würdigung wurde das traditionelle Totengedenken verlesen.

In der Tradition des Widerstandes stand am Abend das öffentliche Gelöbnis von 500 Rekruten der Bundeswehr, das erstmals am Reichstag stattfinden sollte. Mehr als 2000 Gäste wurden erwartet, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). Hauptredner sollte Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) sein.

Vor dem Gelöbnis haben rund 200 Pazifisten gegen das Zeremoniell demonstriert. Sie versammelten sich mit Transparenten an den Absperrungen im Berliner Tiergarten. „Die Zeremonie erinnert an die finstersten Zeiten der deutschen Geschichte. Hier feiert sich eine weltweit agierende Interventionsarmee“, sagte ein Redner. Teilnehmer zeigten Transparente mit Slogans wie „Kriegseinsätze stoppen – Wiederentwaffnung jetzt“. Am Abend wollten 500 Rekruten erstmals vor dem Parlamentsgebäude ihr Gelöbnis ablegen. Zum Schutz der Veranstaltung vor dem Reichstag sind 1800 Beamte abgeordnet.

Seit 1999 werden in Berlin zum Jahrestag des Hitler-Attentats am 20. Juli öffentliche Gelöbnisse von Bundeswehrsoldaten abgehalten. Die Veranstaltungen fanden bislang im Bendlerblock statt, dem Berliner Sitz des Verteidigungsministeriums.

( ddp/sei )